- 13.05.2014, 12:10:18
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Land Kärnten, AMS und Sozialpartner gemeinsam für gezielte Arbeitsmarktstrategien
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Mit Kooperationen im Land und grenzüberschreitend höchstmögliche Arbeitsmarkt-Effekte erreichen
Utl.: LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Mit Kooperationen im Land und
grenzüberschreitend höchstmögliche Arbeitsmarkt-Effekte
erreichen =
Klagenfurt (OTS/LPD) - Kärnten bündelt seine Kräfte für eine
Arbeitsmarktstrategie 2020. Landeshauptmann Peter Kaiser und
Landesfinanz- und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig
informierten heute, Dienstag, gemeinsam mit Vertretern der
Sozialpartner über die geplanten Maßnahmen unter dem Motto "Step(s)
for the future".
So wird es u.a. neben einer Initiative für Hochschulabsolventinnen
und -absolventen eine konkrete Maßnahme in Kooperation mit den
Gemeinden und gemeindenahen Institutionen geben, die älteren bzw.
Langzeitsarbeitslosen mittels gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte
den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern soll. Darüber
hinaus wurde zwischen Land, Sozialpartnern und AMS vereinbart,
gemeinsam bis zum Herbst eine Arbeitsmarktstrategie mit
Berücksichtigung der aktuellen und zukünftigen Anforderungen zu
erarbeiten, um Förderungen und EU-Programme so zu verknüpfen, dass
Forschung und Entwicklung forciert, Infrastruktur geschaffen und
(Aus-)Bildungsschwerpunkte den Anforderungen der Wirtschaft angepasst
werden.
Man war sich einig: der Arbeitsmarkt ist angespannt, das
Wirtschaftswachstum mit den prognostizierten 1,4 Prozent zu gering,
umso notwendiger ist es, gemeinsam gezielte Schritte zu setzen. "Jede
und jeder Arbeitslose ist einer zu viel", sagte Kaiser. Er betonte
die gemeinsamen Bemühungen zu Kooperationen zwischen Regierung und
Sozialpartnern, um den Arbeitsmarkt zu verbessern. "Ziel ist es, im
Jahrschnitt konstant die Zahl von 200.000 Beschäftigen zu erreichen,
derzeit ist man mit 203.000 Beschäftigten darüber".
Insbesondere wolle man bei älteren Arbeitslosen ansetzen. Auch die
positive Entwicklung der überbetrieblichen Lehrwerkstätten werde
forciert. Im Bereich der Kleinstkinderbetreuung habe man auch die
Quote erhöht. Wichtige Beschäftigungsimpulse liefern Koralmbahn sowie
die Kabeg, die über 60 Mio. Euro investiert. Beim Land sollen in den
Sommerferien 120 junge Menschen Beschäftigung finden, 65
Verwaltungslehrlinge werden ausgebildet, 15 Personen absolvieren ein
Praktikum, so Kaiser.
Der Landeshauptmann wies auf die zentrale Bedeutung der
überregionalen Kontakte und Kooperationen wie Euregio oder
Alpen-Adria-Allianz hin. Alle Förderschienen, gerade auch seitens der
EU, seien zu verknüpfen, um Forschung, Entwicklung, Innovation und
Industrie zu steigern. Mit effizientem Mitteleinsatz gilt es, höchst
mögliche Effekt zu erreichen. "Es geht auch darum, den negativen
Brain Drain zu stoppen." Zudem brauche es auch eine Steuerreform, die
für die Leute spürbar sei. Diese könnte durch Kaufkraftstärkung mehr
Binnennachfrage bewirken.
LHStv.in Schaunig sprach die gute Kooperation zwischen Land, AMS und
Sozialpartnern an, die gleichsam das Erfolgsgeheimnis sei. Die bis
Herbst erarbeitete neue Arbeitsmarktstrategie 2020 soll neue Impulse
bringen, wies Schaunig auf zentrale Themen wie Facharbeiterbedarf,
Arbeitsmarktförderung, Förderung von Forschung und Entwicklung und
das Bündeln aller Förderschienen hin. Eine wichtige Maßnahme sei es,
hochqualifizierte Kärntnerinnen und Kärntner nach ihren Studien im
Rahmen der neu geschaffenen Aktion "Akademikerjobs in Kärnten" wieder
ins Land zu holen und hier zu behalten. Diese erste Chance am
Arbeitsmarkt unterstützt das Land mit bis zu 50 Prozent der
Lohnkosten und maximal 18.000 Euro. Pro Unternehmen können bis zu
fünf Arbeitsplätze gefördert werden. Schaunig hofft, dass dieses
Förderprogramm, verbunden mit einem Mentoring, viel Zuspruch findet.
Auch die Eingliederung von älteren Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern (50 +) ist eine enorme Herausforderung. AMS und Land
werden zusätzlich 70 Arbeitsplätze für diese Gruppe für die Gemeinden
zur Verfügung stellen. Aufgewendet werden dafür über 450.000 Euro.
AMS-Landesgeschäftsführer Franz Zewell betonte, dass man die
angestrebten 200.000 Beschäftigten im Jahresschnitt erreichen werde.
Von den neun Millionen Euro zusätzlichem Budget vom Bund werden sechs
Millionen bereits 2014 dafür genutzt, um neue Beschäftigung zu
schaffen. Das Land arbeite kreativ, um gemeinsam die
Arbeitslosensituation zu verbessern. Ältere Menschen bleiben länger
arbeitslos, unterstrich Zewel die Bedeutung der
Qualifizierungsmaßnahmen. Er wies auf die Kampagne hin, wonach es
eine Lohnkosten-Förderung für 750 Arbeitsplätze in Unternehmen geben
werde.
Erfolgreich sei, wer umsetzt, sagte Wirtschaftskammerpräsident Franz
Pacher, der auf ein neues Projekt verwies, wo ältere Mitarbeiter mit
ihrem Know-how als Ausbilder junger Menschen in Betrieben eingesetzt
werden sollen. Durch Unterstützung der Einpersonen-Unternehmen könnte
der Arbeitsmarkt stark belebt werden.
Industriellenvereinigung-Geschäftsführerin Claudia Mischensky lobte,
dass durch die Kooperation differenzierte Antworten auf komplexe
Problemstellungen gegeben werden könnten. Wesentlich sei, dass
arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Strategien ganz eng verwoben
sind. Facharbeiter seien das Rückgrat der Wirtschaft, besonders
wesentlich sei somit das Ausbildungsniveau der Mitarbeiter, so
Mischensky.
"Bildung ist wirtschaftlicher Rohstoff und wir müssen den Kampf um
die besten Köpfe gewinnen", betonte AK-Präsident Günther Goach. Er
verwies auf die Wichtigkeit zwischenbetrieblicher Lehrwerkstätten und
regte an, dafür auch Berufsschulen in den Ferienzeiten zu öffnen.
Noch mehr Schwerpunkt solle auch auf die Berufsorientierung vorab
gesetzt werden. Auch der Zukunftsfonds sei teilweise anzusprechen,
wenn es um die Zukunft und damit auch um die Ausbildung der Jugend
gehe, regte Goach an.
Landesvorsitzender Hermann Lippitsch vom Österreichischen
Gewerkschaftsbund verwies ebenfalls auf die Wichtigkeit der
Berufsorientierung. "Viele junge Menschen brechen ihre Ausbildung ab
und setzten sie auch nicht mehr fort." Aber positiv sei, dass Kärnten
einen Rückgang der nicht vermittelbaren Lehrlinge im Vergleich zu den
anderen österreichischen Bundesländern habe. Von allen Vertretern der
Sozialpartner gelobt wurde der neue Stil der Kärntner
Landesregierung: "Es wird gemeinsam trotz oft unterschiedlicher
Auffassungen für das Land gearbeitet, was der Bevölkerung zu Gute
kommt."
(Schluss)
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