- 13.05.2014, 09:07:21
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Welt-Hypertonietag: Höheres Bluthochdruck-Risiko für sozial Schwächere
Wien (OTS) - Das Risiko für Bluthochdruck steht in einem klaren
Zusammenhang mit dem sozialen Status. Das betonten Anita Rieder und
Thomas Dorner vom Institut für Sozialmedizin am Zentrum für Public
Health der MedUni Wien anlässlich des bevorstehenden
Welt-Hypertonietags am 14. Mai 2014. Ein niedriges Einkommen,
niedrigere Bildung, die Art der beruflichen Beschäftigung, aber auch
Migrationshintergrund sind Risikofaktoren, die wiederum vor allem
Frauen betreffen.
In einer aktuellen Untersuchung der soziodemografischen Aspekte der
Hypertonie kamen die SozialmedizinerInnen anhand internationaler und
nationaler Daten zu dem Schluss, dass bei der Hypertonie und auch bei
deren Behandlung Variablen wie Bildung, Einkommen, Erwerbstätigkeit,
berufliche Position sowie Migrationshintergrund das Risiko erhöhen,
eine Hypertonie zu entwickeln. Parallel dazu ist bei Menschen mit
diesen Risikofaktoren eine bereits vorhandene Hypertonie schlechter
kontrolliert, die Zielwerte werden seltener erreicht. Das Alter
spielt, auch wenn es das Risiko für Bluthochdruck generell erhöht,
dabei keine Rolle.
"Eine der Ursachen ist, dass Menschen mit niedrigerem
sozioökonomischem Status anfälliger für Gratifikationskrisen sind",
sagt Dorner. Eine Gratifikationskrise entsteht dann, wenn ein Mensch
sich stark verausgabt, dafür aber seiner Meinung nach nicht in
angemessener Weise entschädigt wird, wenn der eigene Einsatz in Form
von Engagement, Wissen, aber auch Zeit und Persönlichkeit, nicht
durch entsprechende Belohnung etwa in Form von sozialer Anerkennung,
Arbeitsplatzsicherheit, Karriere- oder Einflussmöglichkeiten belohnt
wird.
Zusätzlich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen sozialem Status
und dem Gesundheitsverhalten, so Rieder. "Höheres Einkommen bedeutet,
den Lebensstil leichter wählen zu können und höhere Bildung eine
höhere Wahrscheinlichkeit für einen gesünderen Lebensstil." Diese
Unterschiede im sozioökonomischen Status führen auch zu einer anderen
Nutzung der Angebote in der Gesundheitsversorgung, etwa bei der
Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen, aber auch von
Zusatzversicherungen.
Nicht nur der Gesundheitszustand kann die Folge von sozialen Faktoren
sein, es geht auch umgekehrt: "Ein geringerer sozialer Status kann
eine Folge des schlechten Gesundheitszustands sein. So können
Krankheiten zu Nachteilen bei Bildungs- und Karrierechancen führen",
erklärt Dorner.
Hypertonie in Ostösterreich häufiger
Weiters stellten die MedUni Wien-ExpertInnen - wie auch bei Diabetes
mellitus oder Adipositas - ein Ost-West-Gefälle in Österreich fest:
So berichten in Ostösterreich 20,1 Prozent der Männer und 25,5
Prozent der Frauen, dass sie an Bluthochdruck leiden, während das in
Westösterreich nur bei 16,6 Prozent der Männer und 19,4 Prozent der
Frauen der Fall ist.
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