KV-Verhandlungen Papierindustrie: Morgen Warnstreiks

Vierte Verhandlungsrunde gescheitert, Gewerkschaften fordern drei Prozent

Wien (OTS/ÖGB) - Nach drei Stunden wurde die vierte Verhandlungsrunde zwischen dem Fachverband der Papierindustrie und den Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp abgebrochen. Das Arbeitgeberangebot bleibt mit 2,1 Prozent auf die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter und 2,0 Prozent auf die Ist-Löhne und -gehälter für die Gewerkschaften völlig unzureichend. Am 13. Mai werden daher ab Mittag Betriebsversammlungen abgehalten.

"Drei Runden lang haben sich die Arbeitgeber überhaupt nicht bewegt und drei mal dasselbe inakzeptable Angebot gemacht", erläutern die Verhandlungsleiter Peter Schleinbach (PRO-GE) und Roman Krenn (GPA-djp) die Gründe für die Maßnahmen. "Wir haben trotzdem zu einer vierten außerordentlichen Verhandlung eingewilligt, aber wieder kein ernst zu nehmendes Angebot erhalten."

Nach den ersten drei Verhandlungen boten die Arbeitgeber lediglich eine Abgeltung der Inflation, und selbst das nur im Gegenzug für Verschlechterungen etwa bei Nacht- und Wochenendzuschlägen oder der Abgeltung von Rufbereitschaft. "Das jetzt vorliegende Angebot würde sich für einen durchschnittlichen Arbeiter mit gerade einmal rund fünf Euro brutto pro Monat realer Lohnerhöhung auswirken, vorausgesetzt er bliebe vom geforderten Sozialabbauprogramm verschont", rechnen Schleinbach und Krenn vor.

Die Gewerkschaften werden daher morgen in den Betriebsversammlungen die Zustimmung der Beschäftigten zu sofortigen mehrstündigen Warnstreiks einholen, sowie zu weitergehenden Streikmaßnahmen. Um Überraschungen handelt es sich bei den Maßnahmen nicht, betonen die Gewerkschafter: "Wir haben die Arbeitgeberseite wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass es so nicht geht."

PRO-GE und GPA-djp fordern Lohn- und Gehaltserhöhungen von drei Prozent sowie rahmenrechtliche Verbesserungen statt Verschlechterungen. "Wir wollen eine gerechte Erhöhung der Löhne und Gehälter, wie sie sich die Beschäftigten zu Recht erwarten, und stehen jederzeit für ernsthafte Verhandlungen bereit. Allzu lange sollten sich die Arbeitgeber aber nicht Zeit lassen. Die Beschäftigten sind bereit zu kämpfen."

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