ÖBB-Betriebsratsvorsitzender Hebenstreit fordert ÖIAG-Auflösung: Manager Raidl zeichnet "erschütterndes Sittenbild"

Anzeige gegen ÖIAG-Management bei Staatsanwaltschaft wird eingebracht

Wien (OTS/ÖGB) - Ein "erschütterndes Sittenbild" der ÖIAG und ihres Managements liefere nach Ansicht von ÖBB-Betriebsratsvorsitzendem Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, der Manager Claus Raidl im Interview in der aktuellen Ausgabe von "Profil". Hebenstreit fordert als Konsequenz eine umgehende Auflösung der Staatsholding und eine Untersuchung der Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft. Hebenstreit werde aufgrund der Schwere der Vorwürfe - unter anderem soll ein Aufsichtsrat, laut Raidl, auf eigene Faust Investoren für die Telekom gesucht und selbst geschäftliche Interessen verfolgt haben - eine Anzeige gegen die ÖIAG-Spitze einbringen.++++

Angesichts dieser Aussagen sei es "Wahnsinn", wie die ÖVP immer wieder eine Übertragung der ÖBB oder Teilen von dieser in die ÖIAG zu fordern. In der ÖIAG wäre Österreichs größtes Infrastrukturunternehmen den "Eigeninteressen der Autolobby im ÖIAG-Aufsichtsrat ausgeliefert", kritisiert Hebenstreit: "Man braucht nur eins und eins zusammenzählen. Die Autolobby könnte sich durch den Ausverkauf der ÖBB so unauffällig eines missliebigen und immer erfolgreicheren Konkurrenten im Beförderungsbereich entledigen."

"Im Interesse der 40.000 Beschäftigten und der 470 Millionen Fahrgäste pro Jahr werden wir die ÖBB mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor einer Übertragung in und vor einem Ausverkauf über die ÖIAG schützen", stellt Hebenstreit klar: "Der Dilettantismus des ÖIAG-Managements, den der ehemalige Berater von Wolfgang Schüssel im "Profil"-Interview im Zusammenhang mit der Telekom-Veräußerung schildert, lässt uns keine andere Wahl - und wenn es das Letzte sein sollte, wofür ich als ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender kämpfen werde."

Hebenstreit sei es ein dringendes Anliegen, die Staatsanwaltschaft um Prüfung der Sachverhalte zu ersuchen: "Dies allein schon deshalb, weil Claus Raidl seine Kritik an der ÖIAG sicherlich nicht leichtfertig und ohne fundierte Kenntnis von Fakten getätigt haben wird." So habe der Spitzenmanager und Insider angedeutet, dass es mit der Dividendenpolitik eine Kollision mit dem Aktienrecht gegeben habe. Dies sei jedenfalls von der Staatsanwaltschaft zu untersuchen, weil es sich dabei um keine Bagatelle handle, so der vida-Gewerkschafter.

"Ein finanzielles Aussaugen der Telekom im Interesse des Finanzministers und somit eine Schmälerung der lebensnotwendigen Substanz kann für wahr nicht im Interesse des Unternehmens gewesen sein. Das gehört wie auch die von Raidl angesprochenen Praktiken des stellvertretenden ÖIAG-Aufsichtsratsvorsitzenden Siegfried Wolf, die nicht im Sinne der ihm übertragenen Verantwortung gewesen sein sollen, dringend von der Staatsanwaltschaft untersucht", fordert Hebenstreit.

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