Schwentner zum Internationalen Tag der Pflege: Langfristige Finanzierung und Entlastung von Angehörigen sind der Schlüssel

Grüne: Regierung drückt sich vor längst notwendiger Debatte

Wien (OTS) - "Die Organisation von Pflege und Betreuung ist eine der herausforderndsten Fragen für die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer finanziellen Situation und ihrem Wohnort, einen Zugang zu qualitätsvoller Pflege und Betreuung haben und Angehörige unter der großen Last der Pflege nicht zusammenbrechen", sagt Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen, und ergänzt: "Wir driften immer weiter in ein zwei Klassen-Pflegesystem, bei dem entscheidend ist, wie viel Geld man sich angespart hat und ob und wie lange Angehörige pflegend zur Seite stehen können."

"Die Verlängerung des Pflegefonds ist als Antwort auf erhebliche Quantitäts- und Qualitätslücken in der Pflege deutlich zu wenig. Die Regierung verlängert eine Übergangslösung um zwei weitere Jahre. Mit 700 Millionen Euro können wir bestenfalls den Bedarf stillen, der durch die demografische Entwicklung zwangläufig entsteht. Qualitätsverbesserungen und ein dringend notwendiger Ausbau von sozialen Diensten geht sich damit aber nicht mehr aus. Pflege und Betreuung braucht eine langfristig gesicherte und solidarische Finanzierung, die von allen Menschen mitgetragen wird. Die Regierung drückt sich hier vor einer längst notwendigen Debatte", meint Schwentner.

"Ich halte die Einführung von Pflegekarenz und Pflegeteilzeit sowie die Möglichkeit der Ersatzpflege für einen großen Fortschritt in der Anerkennung der Leistung von Pflegenden Angehörigen. Immerhin wird beinahe jede/r Zweite von Angehörigen gepflegt. Pflegekarenz und Teilzeit können jedoch nur unter Zustimmung des Arbeitgebers in Anspruch genommen werden. Wir fordern, dass pflegende Angehörige künftig einen Rechtsanspruch auf Ersatzpflege sowie Pflegekarenz und Teilzeit haben", schließt Schwentner.

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