Seniorenbund zum internationalen Tag der Pflege (III): Mit umsichtigen Strukturreformen Pflege und Betreuung der Zukunft sichern

Mehrere unerledigte Baustellen belasten Zukunft von Jung und Alt!

Wien (OTS) - Zum morgigen internationalen Tag der Pflege richtet der Österreichische Seniorenbund einen umfassenden Appell an Österreichs Verantwortliche:

Struktur-Reform endlich erledigen!

LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes:

"Die aktuelle Debatte geht weit an den Fakten vorbei: Die Anstiege der Pflegegeldbezieher waren in den vergangenen Jahren kaum vorhanden. Von 2012 auf 2013 lag der Anstieg bei nur 0,08 Prozent. Die Zahlen 2010 lagen rund drei Prozent unter den Prognosen von 2008. Heutige Zahlen sind aufgrund dazwischen erfolgter Reform und plötzlich neu erstellter Berechnungsmethode nicht direkt vergleichbar - die Absicht dahinter lässt sich klar erkennen. Ich bleibe bei meinem Appell: Es muss uns gelingen, besonders die heute 50- bis 60jährigen mit umfassenden Präventions-Programmen zu erfassen, dann werden sie nicht - wie heute statistisch nachzuweisen - mit 80 in großem Umfang pflegebedürftig, sondern erst Jahre später!"

Und Korosec weiter: "Bei der Schaffung des Pflegefonds hatte man eine Strukturreform bis Ende 2012 versprochen. Minister Hundstorfer hat diese bis heute weder erledigt, geschweige denn die umfangreichen Verhandlungen dazu jemals begonnen. Bis zu den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen müssen diese aber vorliegen. Man kann nicht immer mehr Geld einfordern, ohne die Strukturreform-Hausaufgaben erledigt zu haben!"

Geld- und Sachleistungen nicht in einen Topf werfen!

Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP-Seniorensprecherin im Nationalrat:

"Es ist auch unzulässig, in der laufenden Debatte die Systeme der Geld- und Sachleistungen undifferenziert in einen Topf zu werfen! Bei den Geldleistungen, also beim Pflegegeld, wurde die Kritik des Rechnungshofes aufgenommen, wurden die Reformen erfolgreich erledigt:
Statt 303 Pflegegeld-Auszahlungsstellen haben wir derzeit nur mehr 7! Die Einstufung wurde vereinheitlicht und beschleunigt! Bei den Sachleistungen aber konnten mit dem Pflegefonds trotz Sparzeiten neue Geldmittel für Sachleistungen der Länder aufgestellt werden, die nun sogar bis 2018 verlängert sind. Die Strukturreform fehlt jedoch -auch hier gibt der Rechnungshof mit seinen aktuellen Berichten ganz klar die Richtung vor: Vereinheitlichung von Zuzahlungspflichten, bundesweite Standards bei der Berechnung von Heimkosten, Kosten für mobile Pflege, etc."

"Im Regierungsprogramm ist vereinbart, diese Strukturreformen jetzt in Angriff zu nehmen. Der Seniorenbund besteht darauf, dass diese Reformen bis Ende 2015 erledigt werden. Wir werden da nicht locker lassen und stehen für Verhandlungen jederzeit bereit!"

Reform der Pflegeberufe-Ausbildung ausständig!

Und beide Senioren-Politikerinnen sind sich einig:

"Seit Jahren fordert der Seniorenbund die Reform der Pflegeberufe-Ausbildung. Wir wollen ein System von der Lehre bis zur Universität. In Vorarlberg wird die Pflege-Lehre mit besten Erfolgen getestet. Dieses Modell ist auf ganz Österreich umzusetzen. Hinzu kommen muss ein stufenweises System von der Laienpflege bis hin zur universitären Bildung. Dies verknüpft mit einer klaren Aufgaben- und Gehaltsreform. Denn wir stehen dazu: Pflegekräfte müssen deutlich besser bezahlt werden! Hier sind die beiden zuständigen Minister Stöger und Hundstorfer seit Jahren keinen Schritt weiter gekommen. Dies ist angesichts der demografischen Entwicklung nicht länger zu verantworten!"

Die Pflege-Grundsätze des Seniorenbundes: Wahlfreiheit und Versorgungssicherheit!

Abschließend halten Korosec und Aubauer fest:

"Wir vom Seniorenbund stehen für Eigenverantwortung und damit für Wahlfreiheit in jedem Alter. Das heißt: Erhalt und Erhöhung der Geldleistungen (also des Pflegegeldes), kein Ersatz durch Gutscheine oder Sachleistungen. Dabei wissen wir auch alle Organisationen des überparteilichen Seiorenrates voll inhaltlich auf unserer Seite! Ausbau der Pflege-Infrastruktur, damit die Betroffenen auch wirklich in jeder Region ihre Betreuungssituation frei wählen können. Reform der Strukturen - mit bundesweiten Standards zu Kostenberechnungen und Zuzahlungspflichten und freilich auch zur Qualität der Versorgung. Reform der Ausbildungen in der Pflege - von der Lehre bis zur Uni muss ein Einstieg in jedem Alter attraktiv und möglich sein. Und stets: Sparen an den Strukturen, nicht an den Menschen!"

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