Die große Vielfalt als Motor der zukünftigen Mobilität

35. Internationales Wiener Motorensymposium ging Freitag zu End

Wien (OTS) - Mit den Schussvorträgen dreier Spitzenmanager der Automobilindustrie ging Freitag Nachmittag das Wiener Internationale Motorensymposium zu Ende. Zwei Tage lang hatten 1000 Experten, darunter führende Vertreter der Automobilwirtschaft, Techniker und Wissenschaftler zukünftige Formen der Mobilität, neue Wege bei Fahrzeugantrieben, Kraftstoffen und Rohstoffen und praktikable Lösungen für die Gegenwart diskutiert. Das vom Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) im Kongresszentrum der Wiener Hofburg veranstaltete Symposium fand heuer bereits zum 35. Mal statt.

Volkswagen: Mobilität bezahlbar machen

"Wir müssen die Mobilität bezahlbar machen." Recht pragmatisch legte Dr. Heinz-Jakob Neußer, als Volkswagen-Vorstand Chef der Aggregate-Entwicklung im Konzern, seinen Vortrag an. Für Volkswagen sei das Downsizing aufgeladener Motoren ein wesentliches Thema, neue Dreizylinderaggregate wurde ja beim Wiener Motorensymposium präsentiert.

Große Erwartungen setzt Volkswagen in den alternativen Kraftstoff Erdgas CNG. "Wir wollen alle Motorenkonzepte erdgasfähig machen, da Erdgas 25 Prozent weniger CO2 emittiert als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Fahrzeuge mit CNG-Antrieb haben in den Jahren 2000 bis 2013 ein atemberaubendes Wachstum von jährlich 24 Prozent hingelegt, der größte Zuwachs erfolgte im asiatischen Raum.

Mit dem Start des Golf GTE mit seinem parallelen Plug-In-Hybridantriebsstrang noch in diesem Jahr bringe Volkswagen das Beste aus zwei Welten zusammen: eine rein elektrisch und lokal emissionsfrei gefahrene Reichweite von bis zu 50 km, mit dem 1,4l TSI-Motor sind weitere 890 km Reichweite möglich. Bemerkenswerter Normverbrauch: 1,5 l auf 100 km, CO2-Emission 35 g pro km.
Ebenfalls noch heuer wird VW einen 2.0l Biturbo TDI mit 176 kW Leistung und 500 Nm Drehmoment auf den Markt bringen, eine Variante mit 200 kW ist in der Pipeline. Da ein dynamischer Drehmomentaufbau wichtig sei, wird Volkswagen auch mit einem elektrischen Booster für mehr Fahrspaß sorgen.

Und getüftelt wird derzeit an einem weiteren "Technologie-Leuchtturm": am 10-Gang-DSG, verriet der VW-Vorstand in seinem Vortrag. Neußer: "Wir haben noch einiges vor, uns geht das Pulver nicht aus."

Scania: CO2-Reduktion im Schwertransport

Die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und somit der CO2-Emissionen steht auch bei schweren Nutzfahrzeugen und Bussen im Vordergrund der Entwicklung. Diese Ziele würden "mit höchster Priorität weiterverfolgt, da heute etwa 35 Prozent der durchschnittlichen Logistikkosten im Fernverkehr durch den Kraftstoffverbrauch bestimmt werden", betonte Dr.-Ing. Harald Ludanek, Executive Vice President für Forschung und Entwicklung des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania, in seinem Vortrag. Mittelfristig zehn, langfristig sogar 20 Prozent Verbrauchsreduzierung könne allein durch Verbesserungen am Verbrennungsmotor, dem Antriebsstrang, durch geringeres Gewicht des Zugfahrzeugs und geringere Rollwiderstände erreicht werden, so Dr.-Ing. Ludanek. Entwicklungstrends seien zudem effizientere Abgasnachbehandlung, Abgaswärme-Rückgewinnung und der Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Erdgas, Flüssiggas, Biogas, Biodiesel oder Ethanol. Allenfalls könnten im städtischen Lieferverkehr Hybridkonzepte eine Lösung darstellen. Ein hohes Potenzial zur Verbrauchsreduzierung sieht Scania bei Fahrertrainings und Schulungen der Lenker sowie bei der Optimierung der Betriebsweisen. Etwa durch den Einsatz zukünftiger Assistenzsysteme, weitergehende Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und zum Speditionsbetrieb im Hinblick auf eine höhere Auslastung der Ladekapazitäten.

BMW: Revolutionäre Entwicklungsansätze erforderlich

"Wir sehen die Elektromobilität als Chance, unser Markenversprechen 'Freude am Fahren' zu erneuern und zu festigen. Die Elektromobilität wird in vielen Städten rasch Einzug halten, da sie volkswirtschaftlich sinnvoll ist und mehr und mehr politisch und gesellschaftlich gewollt wird." Diese optimistische Sicht vertrat Dr.-Ing. Herbert Diess, für Entwicklung zuständiges Vorstandsmitglied der BMW AG. Einer der relevanten Faktoren sei die zunehmende Urbanisierung.

Als "zeitgemäße Antriebsstränge für ein neue Freude am Fahren" verwies Dr.-Ing. Diess auf die Elektrofahrzeuge BMW i3 und i8, mit denen der deutsche Hersteller zuletzt für Aufmerksamkeit sorgte: "Der i8 revolutioniert den Sportwagenbau wie der i3 das Stadtauto." Besonders der kleine i3 werde "die Freude am Fahren in Megacities garantieren", meinte der BMW-Vorstand. Bei Kunden und Politik stehe die Elektromobilität jedenfalls hoch im Kurs. Dr.-Ing. Diess: "Wir fühlen uns durch die weltweite Entwicklungen bestätigt und führen unseren Weg konsequent fort."

Rückfragen & Kontakt:

ÖSTERREICHISCHER VEREIN FÜR KRAFTFAHRZEUGTECHNIK (ÖVK)
A 1010 Wien, Elisabethstraße 26, Telefon: +43/1/585 27 41-0
Internet: www.oevk.at / E mail: info@oevk.at
Rückfragehinweis: Leo Musil
E-Mail: presse.motorensymposium@oevk.at
Mobiltelefon: +43 664 601 232 59

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFZ0003