EPU: Staat soll bei Sozialversicherung einspringen

Die Wirtschaftskammer Kärnten würdigte die Bedeutung der Ein-Personen-Unternehmen und präsentierte das 1. EPU-Symposium am 5. Juni.

Klagenfurt (OTS) - Unterschiedlicher könnten die Sichtweisen zweier Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer nicht sein: Während Fritz Amann auf Bundesebene wegen seiner inakzeptablen Aussagen über EPU, die keine Unternehmer, sondern Tagelöhner seien, zurücktreten musste, legte heute Sylvia Gstättner in Kärnten ein ehrliches Bekenntnis zu dieser Form der beruflichen Selbstständigkeit ab. "Unternehmertum ist unteilbar", erklärte Gstättner, selbst Ein-Personen-Unternehmerin, heute bei einem Pressegespräch in Klagenfurt: "Es gibt keine richtigen Unternehmer und keine falschen - es gibt nur Menschen, die selbstständig arbeiten und etwas unternehmen."

Die Vizepräsidentin widersprach Amann nicht nur in der Form, sondern auch im Inhalt: Laut einer Studie der KMU-Forschung Austria aus dem Jahr 2011 - die Neuauflage wird erst beim EPU-Symposium am 5. Juni präsentiert - ist die Vermutung, wonach die meisten EPU nur der Arbeitslosigkeit entkommen wollten, unrichtig. Gstättner: "Die Mehrheit der Ein-Personen-UnternehmerInnen macht sich aus Gründen der Selbstverwirklichung und wegen flexibler Arbeitszeitmodelle selbstständig. Wir sind ein Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels." Nur etwa ein Viertel der EPU starte aus der Arbeitslosigkeit heraus -was für Gstättner nicht Kritik, sondern besondere Anerkennung verdient: "Was ist verkehrt daran, sich am eigenen Schopf aus dieser Situation herauszuziehen, durchzubeißen und sich selbstständig zu machen, anstatt sich in der sozialen Hängematte zurückzulehnen?"

Von einer "unvorstellbaren Dynamik und Zukunftsausrichtung" schwärmt auch WK-Präsident Franz Pacher, ebenfalls aus persönlicher Erfahrung: Er hat schon vor Jahren den ersten Villacher Co-Working-Space gegründet, um EPU zu unterstützen "und sie aus ihren Wohnzimmern herauszuholen - ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe seit langem auch mein eigenes Büro dort." Ebenfalls seit mehreren Jahren gibt es in der Wirtschaftskammer Kärnten die Business Lounge, die nicht nur als Veranstaltungsort für vielerlei Netzwerktreffen oder die alljährliche EPU-Weihnachtsfeier dient, sondern auch EPU kostenlos Räumlichkeiten für Präsentationen oder Besprechungen zur Verfügung stellt. Dazu kommt ein umfangreiches Jahresprogramm an Veranstaltungen von Business-Talks bis zum beliebten Super-Spezialtraining zu konkreten, für EPU besonders wichtigen Themen. Für Pacher sind die mittlerweile etwa 16.000 EPU in Kärnten -mehr als die Hälfte aller Mitgliedsbetriebe - der "Tausendfüßler", den nichts umschmeißen könne: "Sie sind hervorragend ausgebildet, technologieaffin, beschäftigen sich mit Zukunftsstrategien, sind unverzichtbare Partner für größere Unternehmen und bringen den notwendigen Schwung ins Land."

Bei einem der drängendsten Probleme für die EPU, der Sozialversicherung, soll nach Auffassung Pachers nun der Staat für Gerechtigkeit sorgen: "Die EPU sind hier die Leidtragenden: Im Gegensatz zu den unselbstständig Beschäftigten müssen sie die Last der Sozialversicherung alleine tragen, während sonst der Arbeitgeber dazuzahlt. Wir schlagen vor, dass für die EPU der Staat einspringen und einen Teil der Belastung aus der Sozialversicherung übernehmen soll."

Der nächste Höhepunkt im dichten EPU-Veranstaltungsprogramm ist das 1. EPU-Symposium am 5. Juni, bei dem Vertretern von Politik, Verwaltung, Medien und öffentlichem Leben die besondere Bedeutung von EPU im Wirtschaftskreislauf vor Augen geführt wird. Gstättner: "Unser Ziel ist es, uns langfristig in der Politik so laut zu machen, dass wir Gehör finden."

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Kärnten
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 05/90 90 4-660
oeffentlichkeitsarbeit@wkk.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WKK0001