bOJA (Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit): Geplante De-Radikalisierungs-Hotline des BMI greift zu kurz

bOJA fordert unabhängige Beratungsstelle und Berücksichtigung von Ansätzen der Offenen Jugendarbeit

Wien (OTS) - bOJA (Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit) begrüßt die geplante Einrichtung einer De-Radikalisierungs-Hotline des Innenministeriums für besorgte Angehörige, wie sie auch schon länger von ExpertInnen gefordert wird. "Allerdings halten wir es für problematisch, diese Stelle bei der Polizei anzusiedeln", sagt bOJA-Geschäftsführerin Daniela Kern-Stoiber. "Auch wenn Ermittlungseinsätze nicht im Vordergrund stehen sollen erscheint es schwierig, dies besorgten Angehörigen zu vermitteln und erschwert Vertrauen zu schaffen. Eine solche geplante De-Radikalisierungs-Hotline des BMI greift zu kurz".

Unabhängige Beratungsstelle gefordert

Daher fordert das Bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit eine von der Polizei unabhängige Beratungsstelle zum Ausstieg junger Menschen aus extremistischen Szenen und Organisationen. Ziel dieser Stelle müsse es sein, Betroffene und Angehörige zu unterstützen, um gemeinsam einer Radikalisierung entgegenzuwirken. "Nur durch eine direkte, multiprofessionelle Unterstützung kann eine De-Radikalisierung gelingen", sagt die bOJA-Geschäftsführerin.

"Jugendlicher Radikalisierung mit Beziehungsarbeit entgegenwirken"

"Affinitäten zu extremistischen Jugendkulturen kommen in der Jugendphase bei der Identitätssuche immer wieder vor", stellt die Sozialarbeiterin Manuela Synek, Mitglied des bOJA-Vorstands, fest. "Junge Menschen überstehen diese Phase meist völlig unbeschadet", sagt Synek und ergänzt: "Problematisch wird es allerdings, wenn die Betroffenen dabei in Strukturen geraten, aus denen ein Ausstieg aufgrund verschiedener Faktoren schwer fällt und sich das extremistische Gedankengut verfestigt und manifestiert. Daher muss man jugendlicher Radikalisierung mit Beziehungsarbeit entgegenwirken, und dafür sind - das zeigen auch Erfahrungen aus Deutschland - die bewährten Ansätze der Offenen Jugendarbeit bestens geeignet."

Über bOJA

bOJA - Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit dient als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch und vernetzt Menschen, Ideen, Projekte, Einrichtungen - national und international. bOJA unterstützt das Erwachsen werden von Jugendlichen in Österreich, indem es mit seinen PartnerInnen im Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit (soziale Einrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung, Bildungswesen, etc.) zusammenarbeitet und als Sprachrohr und Interessensvertretung für die Bedürfnisse von Jugendlichen aus der Offenen Jugendarbeit agiert. bOJA hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Qualitätsstandards in der Offenen Jugendarbeit voranzutreiben und das Bewusstsein für die Bedeutung von Offener Jugendarbeit zu heben. Geschäftsführerin von bOJA ist Mag.a Daniela Kern-Stoiber. bOJA wird gefördert vom Bundesministerium für Familien und Jugend. www.boja.at

Rückfragen & Kontakt:

Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit
Mag.a Daniela Kern-Stoiber, MSc
Geschäftsführung
Lilienbrunngasse 18/47, 1020 Wien
Mail: daniela.kern@boja.at, Tel: 0660/2828038

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BOJ0001