ORF III am Wochenende: Auftakt zur Oskar-Pilzer-Retrospektive und "Erlebnis Bühne" im Zeichen der Wiener Festwochen

Weiters: "zeit.geschichte"-Abend über Nazi-Kollaborateure, Angelika Niedetzky bei den "Hyundai Kabarett-Tagen" und Pavarotti, Domingo und Carreras in Rom

Wien (OTS) - Ein abwechslungsreiches Programm bietet ORF III dieses Wochenende: Am Samstag, dem 10. Mai 2014, ist der "zeit.geschichte"-Hauptabend wieder der Doku-Reihe "Nazi-Kollaborateure" gewidmet. Diesmal rollen drei Folgen das Wirken von "Chaim Rumkowski" (20.15 Uhr), "Juden auf Seiten Hitlers" (21.05 Uhr) und "Dinko Sakic: Mörder ohne Reue" (21.55 Uhr) auf.
Danach präsentiert die Kabarettistin Angelika Niedetzky um 22.50 Uhr für die "Hyundai Kabarett-Tage" ein Best-of aus ihren Programmen. Sonntag, der 11. Mai, präsentiert sich als besonders dicht für Freunde kultureller Fernseh-Highlights: Im Vorabend zeigt ORF III den Auftakt zur großen Oskar-Pilzer-Retrospektive mit dem Doku-Highlight "Oskar Pilzer und die bewegte Geschichte der Wiener Filmateliers" (16.45 Uhr) und dem österreichischen Filmklassiker "Episode" (17.35 Uhr) mit Paula Wessely. In den kommenden drei Wochen folgen außerdem die Spielfilme "Silhouetten", "Die Julika" und "Spiegel des Lebens". Günter Krenn vom Filmarchiv Austria gibt vor jedem der vier Filme eine spannende Einführung in den kulturgeschichtlichen Kontext. "Erlebnis Bühne" feiert danach den Auftakt der Wiener Festwochen 2014: Die "matinee: Wiener Festwochen 2014" gibt um 19.45 Uhr einen Überblick über die diesjährigen Produktionen des Musik-, Theater- und Performancefestivals. Um 20.15 Uhr folgt das Open-Air-Eröffnungskonzert "Europa singt - Eröffnung der Wiener Festwochen 2014" vom Wiener Rathausplatz. Pavarotti, Domingo und Carreras begeisterten 1990 in Rom das Publikum bei einem Konzert anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien - ORF III schwelgt um 21.55 Uhr mit "Die drei Tenöre" in altbekannten Arien.

Samstag, 10. Mai:

"zeit.geschichte: Nazi-Kollaborateure" mit "Chaim Rumkowski" (20.15 Uhr), "Juden auf Seiten Hitlers" (21.05 Uhr) und "Dinko Sakic: Mörder ohne Reue" (21.55 Uhr)

Chaim Rumkowski gehört zu den wohl widersprüchlichsten und umstrittensten Persönlichkeiten des Zweiten Weltkriegs. Er führte den Judenrat in den Ghettos von Warschau und Lodz und führte das Ghetto in einem Balanceakt zwischen Verrat und Rettung. Am 28. August 1944 wurde Rumkowski nach der "Auflösung" des Ghettos als einer der letzten verbliebenen Juden nach Auschwitz deportiert, wo er vermutlich noch am selben Tag ermordet wurde.
"Juden auf Seiten Hitlers" beleuchtet danach weiterhin die Taten jener Juden, die sich mit den Nazis arrangierten. Manche der politisch verfolgten Juden hatten hochrangige Beschützer. Trotz jüdischen Vaters war zum Beispiel Generalfeldmarschall Erhard Milch für Görings Luftwaffe elementar; Werner Goldberg entwickelte sich zum Vorzeigesoldat, um seinen jüdischen Vater zu retten. Weshalb kämpften sie für ein System, das sich gegen sie richtete?
Mit Dinko Sakic setzt sich die letzte Folge dieses Hauptabends auseinander. Er ist als brutaler Nazi-Kollaborateur und als Kommandant des Konzentrationslagers Jasenovac bekannt. Als Mitglied der faschistischen Bewegung Ustascha ließ er Minderheiten verfolgen und sie in Konzentrationslager deportieren. Nach dem Krieg floh er nach Argentinien. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Justiz dank der Bemühungen des Simon Wiesenthal Zentrums schließlich seiner habhaft wurde und es zu seiner Verurteilung kam.

"Hyundai Kabarett-Tage: Angelika Niedetzky - Best of Niedetzky" (22.50 Uhr)

Bei den "Hyundai Kabarett-Tagen" präsentiert Angelika Niedetzky ein Best-of aus ihren Soloprogrammen "Marathon - Der Lauf meines Lebens" und "Niedetzky-Marsch - Das Leben ist kein Wunschkonzert".

Sonntag, 11. Mai:

Start der Oskar-Pilzer-Retrospektive mit "Oskar Pilzer - Aufstieg und Fall der Wiener Filmateliers" (16.45 Uhr) und "Episode" mit Paula Wessely (17.35 Uhr)

Zu seinem 75. Todestag widmet ORF III dem österreichischen Filmpionier Oskar Pilzer (1882-1939) einen Programmschwerpunkt. Mit weitsichtigen Investitionen legte Pilzer den wirtschaftlichen Grundstein für das Selbstverständnis Österreichs als Filmstandort und gab Filmschaffenden entscheidende Impulse, die dem österreichischen Film in den 1930er Jahren zu seiner ersten großen Blüte verhalfen. In den Ateliers am Wiener Rosenhügel schuf Oskar Pilzer als Präsident der legendären Tobis-Sascha-Filmindustrie AG bis zu seiner Emigration 1938 zahlreiche Produktionen von Weltrang. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten fühlte sich der jüdische Filmindustrielle gezwungen, seine Anteile zu verkaufen und nach Frankreich zu emigrieren, wo er 1939 starb.

Den Auftakt des ORF-III-Programmschwerpunkts bildet am Sonntag, dem 11. Mai, um 16.45 Uhr die Dokumentation "Oskar Pilzer - Die bewegte Geschichte der Wiener Filmateliers", das den Spuren des visionären Filmschaffenden folgt und den Aufstieg und Fall der Rosenhügel-Studios bis ins Heute nachzeichnet. Für das Drehbuch des Dokumentarfilms zeichnen Wolfgang Winkler und Christian Reichhold verantwortlich.

Danach erwartet das Publikum der erste von vier österreichischen Filmen aus der Zeit zwischen 1936 und 1938. Günter Krenn vom Filmarchiv Austria gibt vor jedem der vier Filme eine spannende Einführung in den kulturgeschichtlichen Kontext. Den Anfang macht mit "Episode" (1936) eines der Aushängeschilder des Wiener Films. Paula Wessely, die in Oskar Pilzers Erfolgsproduktion "Maskerade" (1934) internationale Popularität erlangte, spielt im Film des Oscar-prämierten Regisseurs und Drehbuchautors Walter Reisch eine verarmte Kunststudentin.

Am Sonntag, dem 18. Mai, folgt um 18.15 Uhr "Spiegel des Lebens" unter der Regie von Géza von Bolváry aus dem Jahr 1938. Dem Film kommt eine besondere historische Bedeutung zu, da er vor der Annexion Österreichs gedreht wurde und danach seine Premiere in Wien feierte. Die österreichische Filmindustrie war vom Absatzmarkt Deutschlands abhängig und gab daher in vielen Fällen den damaligen ideologischen Forderungen nach. Der Film mit Attila Hörbiger und Paula Wessely in den Hauptrollen greift ein historisches Thema auf: Am 1. Juli 1938 wurde jüdischen Ärzten und Ärztinnen die Zulassung entzogen; in der Folge wurden sie der Kurpfuscherei bezichtigt. Am Sonntag, dem 25. Mai, um 16.40 Uhr folgt mit "Silhouetten" (1936) ein Film von Walter Reisch, der die Konflikte der Hauptfigur Lydia Samina thematisiert, die dem damaligen Rollenbild der Frau entwachsen. Den Abschluss des filmischen Tributs bildet der Film "Die Julika" (1936) von Géza von Bováry, in dem das berühmte Schauspielerpaar Paula Wessely und Attila Hörbiger zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera steht.

"Erlebnis Bühne" ganz im Zeichen der Wiener Festwochen

Die Dokumentation "matinee: Wiener Festwochen 2014" (19.45 Uhr) gibt einen Überblick über die wichtigsten Projekte des fünfwöchigen Musik-, Theater- und Performancefestivals, das auch heuer wieder den Kultursommer in der Bundeshauptstadt eröffnet und internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Diesem internationalen Interesse zollt das Eröffnungskonzert der diesjährigen Festwochen Tribut. "Europa singt - Eröffnung der Wiener Festwochen 2014" versammelt um 20.15 Uhr Sänger und Sängerinnen aus acht Nationen (Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kroatien, Lettland, Litauen und Österreich) auf der Bühne, um am Europatag gemeinsam auf dem Wiener Rathausplatz zu singen. Den musikalischen Rahmen bilden das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Cornelius Meister. Cornelius Obonya und ORF-Moderatorin Alice Tumler führen durch den Abend.

"Pavarotti, Domingo, Carreras: Die drei Tenöre" (21.55 Uhr)

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien gaben Luciano Pavarotti, Plácido Domingo und José Carreras vor der historischen Kulisse der Caracalla-Thermen in Rom ein einzigartiges Konzert. Mehr als 800 Millionen Menschen weltweit verfolgten das Gipfeltreffen der drei Tenöre, das bald als eines der größten Events in der Geschichte der klassischen Musik bezeichnet wurde. Es dirigierte Zubin Mehta.

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