Leitl zum Europatag: Jeder Euro, den Österreich nach Brüssel überwiesen hat, ist dreifach zurückgekommen!

Europa und seine Bewohner werden außerhalb der europäischen Grenzen vielfach um das Erreichte beneidet

Wien (OTS/PWK318) - "Es kann nicht oft genug wiederholt werden:
Österreich hat von seiner Mitgliedschaft in der Europäischen Union so profitiert wie kaum ein anderes europäisches Land", erklärte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich des heutigen Europatages, der die Geburtsstunde der Europäischen Gemeinschaft feiert. Im Vorfeld der Europawahlen macht sich eine EU-kritische Stimmung jedoch nicht nur in Österreich, sondern auf dem ganzen Kontinent breit. Im Hinblick auf die anti-europäischen Parteien, die die Bürger verunsichern, meinte Leitl: "Europa und seine Bewohner werden außerhalb der europäischen Grenzen vielfach um das Erreichte beneidet. Demokratie, Freiheit, Rechtstaatlichkeit, ein weltweit einmaliges Sozial- und Gesellschaftsmodell und Frieden sind nicht selbstverständlich - dies darf nicht vergessen werden!"

Nach den Berechnungen des WIFO hat Österreich von allen Stufen der europäischen Integration - angefangen bei der Ostöffnung 1989 bis zu den Erweiterungsrunden 2004/2007 - ökonomisch profitiert: "Wir haben der EU mehr Wachstum, mehr Beschäftigung, eine geringere Arbeitslosigkeit, eine niedrigere Inflation und vieles mehr zu verdanken", so der WKÖ-Präsident. Den größten Einzeleffekt in Bezug auf das Wirtschaftswachstum hatte der Beitritt zur EU im Jahr 1995. Alle Integrationsschritte zusammen haben Österreich ein Mehr an Wachstum von 0,9% pro Jahr gebracht, das sind 28,5% von 1989-2015 bzw. knapp 63 Mrd. Euro oder 2,4 Mrd. Euro pro Jahr. Jeder Euro, den Österreich seit 1995 netto nach Brüssel überwiesen hat, ist dreifach in Form von mehr Wertschöpfung zurückgeflossen.

Trotz dieser Vorteile gibt es jedoch noch genügend Handlungsbedarf: "Vor allem in einigen südlichen Ländern der Eurozone sind immer noch die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise zu spüren, die deren fehlende Wettbewerbsfähigkeit zutage förderte", so Leitl. Europa ist gefordert, u.a. Antworten auf die nach wie vor eklatant hohe Jugendarbeitslosigkeit zu finden. "2014 wird ein entscheidendes Jahr für die Union: Wir bekommen ein neues Parlament und eine neue Kommission. Diese müssen rasch europäische Lösungen für europäische Probleme finden, um langfristig Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen." Ein wichtiges Signal ist das diese Woche vom EU-Finanzministerrat abgesegnete Vorangehen von zehn Mitgliedstaaten bei der Finanztransaktionssteuer: "Eine noch engere Zusammenarbeit innerhalb der EU ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich Krisen wie die nun erlebte nicht mehr wiederholen. Wir Europäer stellen gerade einmal sieben Prozent der Weltbevölkerung. Nur wenn wir zusammen halten und geeint auftreten, können wir der globalisierten Wirtschaftswelt unseren Stempel aufdrücken", so der Präsident abschließend. (FA)

Rückfragen & Kontakt:

EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich/Presse
Mag. Franziska Annerl, Tel.: +32 (0)474 472 594

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003