Heinisch-Hosek: Karlsson ist eine große Feministin, Soziologin, Psychologin und Krimiautorin

Karlsson: EU-Wahl gegen Faschismus und Rechtsextremismus

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des 70. Geburtstags Irmtraut Karlssons haben die SPÖ-Frauen gestern "Ein Fest für Irmtraut Karlsson" im Volkskundemuseum in der Laudongasse in Wien veranstaltet. Irmtraut Karlsson war gemeinsam mit Johanna Dohnal maßgeblich an der Abschaffung des Paragrafen 144 und somit der Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich, beteiligt. Karlsson hatte sich erfolgreich für die Schaffung des Frauenstaatssekretariats stark gemacht und an der Gründung des ersten Frauenhauses in Österreich mitgewirkt. In ihrer Tätigkeit als Generalsekretärin der Sozialistischen Fraueninternationale konnte sie frauenpolitische Fragen auf internationaler Ebene voranbringen. Unter den Anwesenden der Feier waren u.a. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner. Infrastrukturministerin Doris Bures übermittelte ihre Geburtstagsgrüße per Videobotschaft. Es fand ein Talk mit Christine Koller, Eva Rossmann, Susanne Riegler, Lore Heuermann, Rosa Logar und Stefanie Vasold zum Wirken von Irmtraut Karlsson statt, am Ende der Veranstaltung hielt die Autorin Susanne Scholl eine Lesung und Naomi Dutzi führte einen "poetry slam" auf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Laura Schoch, Julia Schreitl sorgte mit ihrem Saxophon für die musikalische Begleitung. ****

"Irmtraut Karlsson ist eine große Feministin, Soziologin, Psychologin und Krimiautorin, die auf nationaler und internationaler Ebene viele Dinge im feministisch-politischen Sinne verändert hat", betonte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. "In den 70er Jahren hat sie eng mit Johanna Dohnal zusammengearbeitet und war für den frauenpolitischen Aufbruch mitverantwortlich", stellte Heinisch-Hosek fest. Als einige der frauenpolitischen Errungenschaften dieser Zeit nannte Heinisch-Hosek die Fristenregelung, die Familienrechtsreform und das Gleichbehandlungsgesetz. Karlsson habe Frauen Mut gemacht, über ihre eigene Geschichte zu schreiben. "Denn es ist wichtig, dass Frauen ihre eigenen Wurzeln kennen und selbstbewusst für ihre Rechte kämpfen", so Heinisch-Hosek.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer unterstrich Karlssons Einsatz im Frauenstaatssekretariat: "Es gab dadurch erstmals eine Drehscheibe, wo Frauen gehört wurden. Es hat gedauert, doch schließlich ist daraus das Frauenministerium entstanden", zeigte sich Prammer erfreut. Irmtraut Karlsson war sechs Jahre lang Generalsekretärin der Sozialistischen Fraueninternationale und hat fünf Jahre lang in London gelebt, dort habe sie "den Kampf um die Frauenquote vorangetrieben und auf internationaler Ebene vermittelt", sagte Prammer. "Durch die Gründung des Frauenstaatssekretariats gab es erstmals eine Drehscheibe, wo Frauen gehört wurden und wo Austausch stattgefunden hat; Hier warst du eine wesentliche Initiatorin und es hat gedauert, aber schließlich ist daraus das Frauenministerium entstanden", so Prammer zu Karlsson.

"Ich weiß genau, was es geheißen hat, ein Frauenhaus zu gründen", betonte Prammer: "Man wollte damals nicht verstehen, warum man Frauenhäuser braucht - deshalb waren die ersten Schritte in Wien so wesentlich, damit die anderen Bundesländer nachziehen konnten." Die Frauenquote in der Privatwirtschaft war Irmtraut Karlsson ein großes Anliegen: "Damit man hier nicht nur auf den guten Willen angewiesen ist, sondern Regelungen auf die gesetzliche Ebene bringen kann", so Prammer.

"Mir war es immer wichtig, eine Grenze gegen Faschismus und Rechtsextremismus zu ziehen. Solange ich einen Atem habe, wird es das sein, wogegen ich mich einsetze", versicherte Irmtraut Karlsson. "Ihr, die hier seid, wollt ein besseres Europa, ein Europa, das gerechter wird. Wir haben den eisernen Vorhang und dessen Öffnung noch erlebt, ich war in dieser wichtigen Periode Vizepräsidentin der Fraueninternationale. Dafür bin ich sehr dankbar und das ist eine historische Zeit, die nicht viele erleben durften", sagte Karlsson abschließend. (Schluss) dm

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