Das mumok trauert um Maria Lassnig

Zum Tod der österreichischen Malerin

Wien (OTS) - Maria Lassnig hat sich ihren herausragenden Ruf durch eine von Anfang an internationale Ausrichtung erarbeitet. Sie hat früh erkannt, dass man sich selbst und die Situation im eigenen Land nur durch Erfahrungen in den Metropolen der Kunst verändern konnte. Ihr Leben und ihre Arbeit in Paris und New York haben für sie den entscheidenden Anstoß gegeben, eine an der menschlichen Figur orientierte Malerei durch Abstraktion zu erneuern beziehungsweise durch die Einbeziehung von Fotografie und Film zu erweitern. Sie hat die Malerei damit aus der Enge tradierter Regeln herausgeführt, ohne die Darstellung von Figur und Subjekt in ihrer körperlichen und gesellschaftlichen Existenz aufzugeben.

Den nachfolgenden Generationen ist sie zum Vorbild geworden, weil sie auf sehr undogmatische Art ihr Wissen weitervermittelt und eine äußerst konsequente und zugleich unendlich ideenreiche künstlerische Haltung an den Tag gelegt hat, die mit der seltenen Gabe zur Selbstironie gepaart war. Dass Bilder und Malerei nicht einfach Gegenstände ästhetischer Wahrnehmung sind, sondern selbst zu Darstellungsmedien der Wahrnehmung werden konnten, hat Lassnig mit ihrer Körpergefühlsmalerei eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ihre dabei entwickelte Fähigkeit zu analytischer Selbstbeobachtung kennzeichnet sowohl ihre Kunst wie auch ihr Leben.

Das mumok konnte durch eine große Gemäldeausstellung 1985 sowie durch umfangreiche Retrospektiven zu ihrem 80. und 90. Geburtstag der Öffentlichkeit nicht nur die kunsthistorische Bedeutung Maria Lassnigs eindrucksvoll präsentieren, sondern ebenso ihre äußerst frische und innovative künstlerische Kraft vor Augen führen. Lassnig hat sich dabei nicht einfach als eine historische Figur gezeigt, sondern sich nach wie vor als eine Gegenwartskünstlerin im besten Sinne erwiesen. Ihre derzeitige Präsenz in den bedeutendsten internationalen Ausstellungen und Museen stellt die ungebrochene Aktualität ihrer Kunst unter Beweis.

Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir unseren Beitrag zur weltweiten Anerkennung und Wertschätzung Maria Lassnigs leisten durften. Zugleich betrauern wir zutiefst den großen Verlust dieser bedeutenden und mit der Geschichte unseres Hauses so eng verbundenen Künstlerin.

Karola Kraus, Rainer Fuchs und das Team des mumok

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