Caritas-Chef "erschüttert" über Kürzungen bei Entwicklungshilfe

Landau: "Wenn wir wissen, dass alle zehn Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, wie können wir dann wegsehen und wie können wir schweigen?"

Wien, 04.05.14 (KAP) Caritas-Präsident Michael Landau hat seine Kritik an den geplanten Kürzungen bei den staatlichen Mitteln für die Entwicklungshilfe erneuert und zur Teilnahme an der bevorstehenden Europawahl aufgerufen. Die für 2015 vorgesehenen Kürzungen bei der direkten Projekthilfe in Armutsgebieten um mehr als 20 Prozent seien "erschütternd im Blick auf die Betroffenen" und eine "Bankrotterklärung Österreichs im Bereich Entwicklungszusammenarbeit", sagte Landau am Sonntag in einer Predigt im Wiener Stephansdom. Mit Hinweis auf Papst Franziskus verwies er darauf, dass die Kirche verpflichtet sei, beim Thema Entwicklungshilfe genau hinzusehen und kritisch zu bleiben: "Wenn wir wissen, dass alle zehn Sekunden ein Kind an Hunger oder an den Folgen von Hunger stirbt, wie können wir dann wegsehen und wie können wir schweigen?"

Regierung und Parlament erinnerte der Caritas-Präsident an den jüngsten Appell der katholischen Bischöfe Österreichs zur Aufstockung der staatlichen EZA-Mittel. In einer Erklärung nach ihrer Frühjahrsvollversammlung hatten die Bischöfe vor wenigen Wochen an die politischen Verantwortungsträger appelliert, zusätzliche Mittel für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit und den heimischen Auslandskatastrophenfonds bereitzustellen, um eine Trendwende im Rahmen des Budgets 2015 zu erreichen.

"Brauchen mehr, nicht weniger Europa"

Hinsichtlich der Europawahl ermutigte Landau die Österreicherinnen und Österreicher in drei Wochen zur Wahl zu gehen. "Das Europäische Parlament ist die einzig direkte gewählte Institution der EU. Es ist die Stimme der Bürgerinnen und Bürger. Es soll ein starkes Parlament werden und dazu ist jede Wählerin und jeder Wähler wichtig", sagte der Caritas-Präsident. Bei einer Reihe von Themen "werden wir mehr und nicht weniger Europa brauchen", betonte Landau. Gerade in einer zusammenwachsenden Welt könne vieles nicht allein, sondern nur gemeinsam bewältigt werden.

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