Hochschulombudsstellen im Trend

Arbeitstagung an der TU Graz zur Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung

Wien (OTS) - Hochschulombudsstellen in Österreich sind im Vormarsch:
einige öffentlich-rechtliche Universitäten, eine Privatuniversität sowie eine Fachhochschule haben zum Teil bereits seit geraumer Zeit dezentrale Ombudsstellen mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Während die Technische Universität Graz seit März des Vorjahres als erste UG-2002-Universität über eine eigene Ombudsstelle für alle ihre Studierenden verfügt, haben seither auch die Universität Klagenfurt sowie die Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz Studierenden-Ombudsstellen eingerichtet. Einige andere Universitäten verfügen für Forscherinnen und Forscher über Ombudsstellen zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis. Schon seit 2007 hat die Fachhochschule Wien der WKW eine eigene Ombudsstelle für Studierende. Daneben gibt es im Wissenschaftsministerium die zentrale Ombudsstelle für Studierende, bis 2012 Studierendenanwaltschaft genannt, die für rund 360.000 Studierende des gesamten Tertiärbereiches im österreichischen Hochschulraum und Querschnittsmaterien zuständig ist. Den verschiedensten Aspekten von dezentralen und zentralen Hochschulombudsstellen widmet sich am 30. April 2014 die Arbeitstagung "Wozu (k)eine/n Hochschul-Ombudsfrau/mann?" an der Technischen Universität Graz.

Als Gastgeber der Tagung sowie Rektor, der die erste Ombudsstelle für Studierende in Österreich realisiert hat, meinte Rektor Harald Kainz über die TU Graz, dass es seiner Universität wichtig sei "nicht nur zu zeigen, dass wir Studierende und deren Probleme ernst nehmen -im Sinne universitärer Autonomie suchen wir vielmehr auch nach Lösungen innerhalb unserer Institution. Der Studierendenombudsmann ist uns dabei ein wertvoller Partner." Die Ombudsstelle für Studierende an der TU Graz wird von einem ehemaligen Studiendekan dieser Universität, Siegfried Koller, geleitet. Zur schon 2007 an der Fachhochschule Wien der WKW eingerichteten Ombudsstelle sagt ihr Initiator, Geschäftsführer Michael Heritsch: " Auch wenn es über alle Hochschulen hinweg eine Ombudsstelle gibt, ist der Mehrwert einer lokalen Betreuungseinrichtung auf Grund der Kenntnisse der eigenen Organisation deutlich spürbar. Hier profitieren Hochschule und Studierende gleichermaßen." Die Ombudsstelle an der FH Wien wird von Monika Petermandl, ehemals Mitglied im Fachhochschulrat, Wirtschaftspädagogin und WU-Professorin, geleitet

Hochschulische Ombudsstellen vor Ort sind für Sektionschef Elmar Pichl vom Wissenschaftsministerium der Beweis, "dass die Verantwortlichen vor Ort die Beziehungen zu ihren Studierenden ernst nehmen und mit diesen Einrichtungen auch zur Qualitätssicherung im Alltag beitragen möchten." Aus der Sicht des Leiters der österreich-weit agierenden Ombudsstelle für Studierende im Wissenschaftsministerium, Josef Leidenfrost, ist seine Einrichtung nicht nur eine Anlaufstelle für Anliegen von Studierenden, sondern auch Ansprechpartner für die Hochschulen bei der Ausweitung ihrer eigenen Ombudsstellen.

Nach Referaten über die Gründungsideen durch den Alt-Rektor der TU Graz, Hans Sünkel, bzw. durch den Geschäftsführer der FH Wien der WKW, Michael Heritsch, gaben Monika Petermandl Erfahrungen aus sieben Jahren und Siegfried Koller aus dreizehn Monaten Tätigkeit als Ombudsfrau bzw. Ombudsmann wieder. Weitere Referentinnen und Referenten aus Österreich und Deutschland berichten über dezentrale und zentrale Ombudsstellen.

Die Hauptintentionen dieser Veranstaltung waren einerseits die Darstellung erfolgreicher Modelle von der Idee bis zur Umsetzung, andererseits die Diskussion zur Fortentwicklung und Weiterbildung des Konzeptes von hochschulischen Ombudsstellen, sowohl zentralen (so wie der Ombudsstelle im Ministerium) als auch dezentralen (so wie jenen an der TU Graz und an der FHW der WKW) und deren potentiellen Kooperationsmöglichkeiten bei Schulungen, Fortbildungen und Informationsaustausch, weiters die Herausbildung von Mindeststandards.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Josef Leidenfrost, MA (Mediation)
Leiter der Ombudsstelle für Studierende im BMWFW
Mobil: 0664-610 9265
josef.leidenfrost@bmwfw.gv.at

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