FP-Ebinger: Vereinigten Bühnen Wien - Verschweigt Mailath-Pokorny Millionengagen?

Gilt "Datenschutz" nur für Wiener Bühnen?

Wien (OTS) - Die rot-grüne Stadtregierung hat im Kulturausschuss beschlossen, die Subvention für die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) massiv anzuheben. Diese erhielten bisher 37,1 Mio. Euro, nach der Erhöhung werden es satte 42 Mio. fließen, kritisiert FPÖ-Kultursprecher LAbg. Mag. Gerald Ebinger. Trotzdem ist SPÖ-Kulturstadtrat Mailath-Pokorny bislang nicht bereit, die Verträge des Direktors und der zwei Intendanten öffentlich zu machen und nährt damit die Gerüchte, dass hier Millionen fließen könnten. Der Beitritt Wiens zu "Transparency International" im Jahr 2011 wirkt aber auch schon deshalb wie Hohn, da die Gagen bei den Bundestheatern merkwürdiger Weise nicht dem Datenschutz unterliegen.

Bei Musicalbühnen, wo an manchen Tagen nur rund ein Drittel der Sitzplätze besetzt sind, darf von Tristesse gesprochen werden. Solche Auslastungszahlen können sich nur Häuser leisten, die mit Subventionsgeldern am Leben gehalten werden. Auf der ganzen Welt, wo das Genre Musical von kommerziellen Unterhaltungsunternehmen betrieben wird, werden Flops gnadenlos abgesetzt. Bei den Vereinigten Bühnen Wien gehört Geldverschwendung aber offenbar zum Tagesgeschäft. Dabei wurden die VBW bereits im Jahr 2008 beauftragt, "nachhaltige Reformschritte" zu setzen.

Mailath-Pokorny ist dringend aufgerufen, hier eine Entscheidung zu treffen, da der Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien bei Nicht-Erhöhung der Subvention mit massivem Stellenabbau gedroht hat. Nach den nunmehr evidenten Malversationen im Burgtheater ist zu befürchten, dass die finanzielle Gebarung der VBW auch völlig aus dem Ruder gelaufen ist. In diesem Zusammenhang spricht sich Ebinger neuerlich gegen die Subventionserhöhung für die Vereinigten Bühnen Wien aus und fordert stattdessen eine umfassende Umstrukturierung sowie die Errichtung eines großen Musicalhauses und die Weiterführung des Raimundtheaters als Operettenbühne.

Der amtsführende Stadtrat der Geschäftsgruppe "Kultur und Wissenschaft" wurde von der FPÖ im Rahmen der gestrigen Gemeinderatssitzung bei einer dringlichen Anfrage betreffend Missstände bei den Vereinigten Bühnen Wien aufgefordert, folgende Fragen zu beantworten:

1. Liegt das für das erste Quartal 2014 angekündigte Zukunftskonzept vor. Wenn nein, wann ist damit zu rechnen und welche Gründe gibt es für die Verzögerung?
2. Schon im Jahre 2008 wurden die Vereinigten Bühnen beauftragt, nachhaltige Reformschritte zu setzen. Wie sahen diese aus, bzw. welche Erfolge haben diese gezeitigt?
3. Wird es in den nächsten Jahren zu Kündigungen kommen? Wenn ja, wie viele und welche Sparten sind davon betroffen?
4. Stimmt es, dass es zu Kündigungen kam, weil Mitarbeiter auf Missstände in der Struktur- und Personalpolitik aufmerksam gemacht haben?
5. Warum gibt es für zwei Häuser und maximal vier Produktionen im Jahr eine eigene Castingabteilung und wie hoch sind die Kosten dafür?

6. Wird es eine große Musical-Bühne am Hautbahnhof geben, wenn ja, wann und von wem betrieben?
7. Ist geplant, eines der Häuser auszugliedern und welcher Verwendung soll dies zugeführt werden?
8. Warum wurde für die Freien-Gruppen und kleinen Theater nicht ebenfalls eine Erhöhung im Ausmaß der Vereinigten Bühnen Wien gewährt?
9. Können Sie Barauszahlungen, wie im Burgtheater passiert, ausschließen?
10. Können Sie ausschließen, dass auch auf die Vereinigten Bühnen Wien Steuernachzahlungen zukommen?
11. In dem Artikel von Zeit-online mit dem Titel "Tristesse mit Methode" wird im Zusammenhang mit der Vermietung des Burgtheaters an die Telecom behauptet: Zitat "in der Sache ermittelt die Staatsanwaltschaft bis heute. Drozda, für den die Unschuldsvermutung gilt, zählt zu den Beschuldigten" Zitat Ende. Trifft diese Behauptung zu und wenn ja, warum wurde er trotz laufender Ermittlungen zum GD der VBW ernannt?
12. Wie hoch ist das Jahresgehalt des Generaldirektors der VBW?
13. Wie hoch sind die Jahresgehälter der beiden Intendanten?
14. Gibt es Prämienzahlungen und an wen und wie hoch, und wenn ja, nur bei wirtschaftlichen Erfolgen oder unabhängig davon?
15. Aus dem Kontrollamtsbericht geht hervor, dass GD Drozda ,dessen Dienstverhältnis bei den VBW erst Mitte 2008 begonnen hat, eine volle Jahresprämie für 2008 angerechnet wurde ("auf Vorschlag der Mehrheitseigentümer wurde vereinbart, dass er bei Ende seines Dienstverhältnisses auf eine halbe Jahresprämie verzichten wird"). Ist das eine übliche Vorgangsweise ?
16. Bekommt Intendant Struppeck als Librettist für das Musical "Besuch der alten Dame" dafür neben seinem Intendantengehalt Tantiemen und wenn ja, in welcher Höhe?
17. Intendant Struppeck hat gemeinsam mit dem Operndirektor des Salzburger Landestheater Andreas Gergen die "Creative Agency Berlin" gegründet und war bis 2012 dort Mitgeschäftsführer. Seit 2012 hat Andreas Gergen bei drei Aufführungen der VBW Regie geführt ( Phantom der Oper, Love never dies, Besuch der alten Dame) Ist das Ihrer Meinung nach eine gute Optik, wenn nein, wie gedenken sie diese in Zukunft zu unterbinden ?
18. Welche Ergebnisse hat die an eine externe Firma vergebene Kostenevaluierung gebracht und welche Einsparungsziele wurden dabei angeführt?
19. Wien ist berühmt für den Walzer und die Wiener Operette und sehr viele Touristen kommen wegen dieser kulturellen Errungenschaften nach Wien. Ist bei einer Umstrukturierung daran gedacht , z.B. aus dem Raimundtheater eine spezielle Operettenbühne zu machen?
20. Wenn es am Hauptbahnhof zu der Errichtung eines großen Musicalhauses kommen sollte (GD Drozda hat daran lt. News schon Interesse bekundet) und dieses von einem privaten Investor errichtet wird, soll dieses auch privat betrieben werden(unter Verwendung von Know How, Orchester usw der VBW) oder ist geplant, dass dieses Haus dann ebenfalls von den VBW betrieben wird?

Gemäß § 36 der Geschäftsordnung für den Gemeinderat wird beantragt, dass die Anfrage mündlich begründet wird und hierauf eine Debatte über den Gegenstand stattfindet.

"Leider waren die größtenteils aus Floskeln bestehenden Antworten nicht dazu angetan, auch nur ein bisschen Licht in die Dunkelheit des VBW-Steuergeldgrabs zu bringen", so Ebinger. (Schluss)

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