"Bewegung und Ernährung machen Schule"

Gendersensible Gesundheits- und Präventivmaßnahmen für Jugendliche

Wien (OTS) - Zunehmend weisen Studien auf ein unterschiedliches Gesundheitsbewusstsein von jugendlichen Mädchen und Burschen hin. Zu diesem Ergebnis kommen das Jahrbuch der Gesundheitsstatistik oder die von der WHO beauftragte europaweite Studie über das Gesundheitsverhalten von Schüler/innen (HBSC-Studie 2010, nächstes Update 2015). Österreichische Mädchen betreiben tendenziell weniger Sport und haben einen höheren Tabakkonsum als Burschen. Diese wiederum essen weniger Obst und Gemüse und trinken mehr und öfter Alkohol. Häufig ignorieren gesundheitsfördernde Maßnahmen diese geschlechtsspezifischen Unterschiede, was sich auf den Erfolg der Initiativen auswirken kann.

Gibt es in Österreich bereits erfolgreiche Ansätze für gendersensible Gesundheitsmaßnahmen in Schulen? Wie sehen gendergerechte Präventivmaßnahmen aus? Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung? Im Rahmen der Informationsveranstaltung "Bewegung und Ernährung machen Schule" am 29. April im OeAD-Haus wurden diese Fragen mit Expert/innen diskutiert.

Geschlechterunterschiede im Gesundheitsverhalten Jugendlicher

Rosemarie Felder-Puig (Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research) führte mit ihrer Keynote zum Thema Geschlechtsunterschiede im Gesundheitsverhalten österreichischer Schülerinnen und Schülern in das Thema ein. Sie betonte, dass Jugendliche ihr Gesundheitsverhalten nicht für eine längere Lebenserwartung ändern. Studien zeigen, dass Sport und gesunde Ernährung vielmehr für sie unmittelbar positive Folgen und ein "cooles" Image mit sich bringen müssen. Um das Gesundheitsverhalten von Schüler/innen langfristig zu verbessern, müssten außerdem Eltern in die Gesundheitsförderung integriert werden.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten Eva Mitterbauer (Pädagogische Hochschule Wien/Coach für Gesundheitsförderung), Rudolf Prager (Karl Landsteiner Gesellschaft, Leiter des Institutes für Stoffwechselerkrankungen und Nephrologie), Tina Svoboda (Wiener Gesundheitsförderung/Wiener Netzwerk Gesundheitsfördernde Schulen), Barbara Wessner (Uni Wien, Institut für Sportwissenschaft) und Rosemarie Felder-Puig gendersensible Gesundheits- und Präventivmaßnahmen für Jugendliche. Auch in der Diskussion spielte die Rolle der Eltern als Gesundheitsvorbilder eine zentrale Rolle. Eva Mitterbauer betonte, dass der Wandel hin zur Ganztagsbetreuung die Schulen stärker in die Pflicht nehme, gesunde Ernährung auch zu leben. Zugleich sei Gender aber nur ein Aspekt der Gesundheitsförderung, auch solle Gesundheitsförderung vermehrt Ernährungsverhalten und Kochtraditionen unterschiedlicher Kulturen berücksichtigen. In der Schlussrunde gab Barbara Wessner zu bedenken, dass Ernährung nur eine Seite der Medaille sei, Bewegung und Ernährung seien für die körperliche und geistige Gesundheit gleichermaßen wichtig und sollten entsprechend auch zusammen gedacht werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass Geschlechtsunterschiede bei der Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher und gezielter Interventionen in Zukunft verstärkt berücksichtigt werden müssen. Dabei sei es aber auch wichtig, so eine Teilnehmerin, geschlechtsspezifische Rollenbilder zu hinterfragen. Gerade junge Mädchen würden sich, wie auch die HBSC-Studie bestätigt, als "zu dick" wahrnehmen und hätten so ein höheres Risiko an Essstörungen zu erkranken.

Young Science

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