Theodor-Körner-Preis: 75.000 Euro für wissenschaftlichen Nachwuchs

In Wirtschafts- Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Kunst und Literatur

Wien (OTS) - Heute wurden 25 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichnet. Unter den Arbeiten, deren Entstehung mit einem Preisgeld von 3.000 Euro gefördert wird, findet sich u. a. eine hochaktuelle Studie über die politischen Folgen einer Maastricht-konformen Bilanzierung der öffentlichen Verwaltung und ihrer Unternehmungen. Sabine Wandl zeigt auf, dass dabei vorhandene Vermögenswerte nicht berücksichtigt werden. Für die Bundesarbeitskammer als der Hauptunterstützerin des Preises ein wichtiges Thema. Im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften beschäftigt sich Lucilie Dreidemy in einer ausgezeichneten Arbeit mit der umstrittenen Persönlichkeit von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Sie geht dem "Mythos Dollfuß" bis in die Gegenwart nach. Die Künstlerin Corina Vetsch widmet eine Collage aus Text, Bild und Zeichen der Rolle und der Relevanz von KulturarbeiterInnen und Künsten in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Maastricht-Kriterien setzen die Schulden der öffentlicher Verwaltungen und Unternehmen als politisches Kriterium fest, ohne diesen etwaig vorhandenen Vermögenswerten gegenüberzustellen. Sabine Wandl spricht deshalb von "einäugiger Buchführung", was Einfluss auf das Wirtschaften von öffentlichen Verwaltungen und deren Unternehmen und nicht zuletzt politische Auswirkungen hat.

Im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften wird u. a. Lucile Dreidemy ausgezeichnet, die dem "Mythos Dollfuß" nachgeht. Um das Weiterbestehen des austrofaschistischen Regimes nach dem Tod seines Gründers zu legitimieren, wurde Dollfuß im Rahmen eines Staatskultes zum Heldenkanzler und Märtyrer stilisiert. Das Erkenntnisinteresse des Forschungsprojekts liegt in der Entwicklung der Deutungen und Darstellungen von Dollfuß' Persönlichkeit, Politik und Ideologie über die letzten 80 Jahre.

Vielversprechend auch die prämierten Forschungsansätze in den Naturwissenschaften: So geht Barbara Beikircher der Frage nach, wieviel Wasser Baum-Setzlinge eigentlich brauchen. Überlegungen, die für die Land- und Forstwirtschaft, aber auch den Naturschutz von großer Relevanz sind. Mit der Grundlagenforschung zur Verbesserung von Brennstoffzellen beschäftigt sich Karin Föttinger.

Aufklärung über den Zusammenhang zwischen Wohnungsmangel und Gesundheit im europäischen Vergleich ist das Ziel einer im Bereich Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ausgezeichneten Arbeit von Stefan Angel. Dominik Fröhlich widmet sich den Möglichkeiten der Beschäftigung und des Lernens von älteren MitarbeiterInnen und Claudia Kaihan fokussiert ihre Arbeit auf die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen für (Jung-) WissenschafterInnen im Fokus der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Sie untersucht, ob die Ziele der EU bzw. der Sozialpartner durch den Universitäten-Kollektivvertrag verwirklicht werden können.

Ausgangspunkt für die geplante Collage "Rohstoff Künste" der Künstlerin Corina Vetsch ist ihre eigene Berufs- und Lebenssituation, welche durch den zweiten Bildungsweg durch den Ausschluss von wichtigen Wettbewerben, Preisen und Förderungen infolge von Altersbegrenzungen gekennzeichnet ist. Im Kontext aktueller Kulturbudgetkürzungen, Bildungsdebatten und immer prekärer werdenden Arbeitsbedingungen stellt sie sich die Frage nach der Rolle und Relevanz von KulturarbeiterInnen und Künsten für die Ge-sellschaft.

Die Theodor-Körner-Preise werden mittlerweile zum 61. Mal verliehen. Zu den bisherigen PreisträgerInnen zählen etwa die Mikrobiologin Renèe Schröder, die Schriftstellerin Friederike Mayröcker oder Clemens Jabloner, Präsident des Verwaltungsgerichtshofes.
"Wir wollen die konkrete Arbeit unterstützen, den konkreten kreativen Prozess, den konkreten Prozess des Entstehens. Die vergangenen Preisträger und Preisträgerinnen zeigen, dass dies ein wichtiger Weg war", so Herbert Tumpel, Kuratoriumspräsident des Fonds und ehemaliger AK Präsident.

Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 - insgesamt über 3.500 -erschien 2013 als Buch. Die Aufstellung liest sich wie ein Who is Who der österreichischen Wissenschaft und Kunst und zeigt so die Bedeutung des Preises. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter Mulley, (Hrsg.), "Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 - 2013". Wien, ÖGB-Verlag 2013.

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