WKÖ-Schultz: Ausbildungspotential der KMU verstärkt nützen

Im Zentrum einer von EUROCHAMBRES organisierten Diskussionsveranstaltung in Brüssel stand das Engagement von kleineren und mittleren Unternehmen in der dualen Ausbildung

Wien (OTS/PWK294) - "Vor dem Hintergrund dramatisch hoher Jugendarbeitslosigkeit in zahlreichen europäischen Mitgliedstaaten blickt ganz Europa auf das österreichische System der dualen Ausbildung. Es ist besonders gut in der Lage, relevante und am Arbeitsmarkt nachgefragte Kompetenzen zu vermitteln", erklärte Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sowie des europäischen Wirtschaftskammerndachverbandes EUROCHAMBRES, bei der EUROCHAMBRES-Konferenz "Great apprenticeships in small businesses - Engaging SMEs in initial VET/Vocational Education and Training" im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss mit EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou gestern, Donnerstag, in Brüssel. Schultz hat mit dem gestrigen Tag auch den Vorsitz des "People and Skills"-Komitees der europäischen Wirtschaftskammern übernommen.

Im Zentrum der Diskussion stand das Engagement von kleineren und mittleren Unternehmen in der praxisnahen Ausgestaltung der dualen Ausbildung. Weiters wurde die Frage gestellt, welche Rahmenbedingungen es für Unternehmen attraktiver machen, Lehrlinge auszubilden. "Die Frage ist evident, denn obwohl 85 Prozent aller in der vergangenen Zeit entstandenen Arbeitsplätze von KMU geschaffen wurden, bilden nur 22 Prozent aller KMU in Europa selbst aus. Um dieses ungenützte Potential zu nutzen und mehr KMU für die Ausbildung zu gewinnen, brauchen wir entsprechende Strukturen in den Mitgliedstaaten", betonte Schultz.

Der eigentliche Erfolgsfaktor in Ländern wie Österreich und Deutschland ist, dass die Inhalte der dualen Berufsbildung zwischen den Sozialpartnern ausgehandelt werden. Die Wirtschaftskammern sind auf regionaler Ebene die zentrale Anlauf- und Kontaktstelle der Unternehmen. "Insbesondere mit Hilfe der EU-Programme muss der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von Einrichtungen gefördert werden und müssen die Unternehmen bzw. Unternehmensvertreter sowie Gewerkschaften verstärkt in die duale Berufsbildung einbeziehen. Je nach Traditionen und Strukturen können das Kammern, Berufsverbände oder auch tripartite Einrichtungen sein", so die Vizepräsidentin.

Die WKÖ sieht in der dualen Ausbildung die Möglichkeit, Know-how zu exportieren. In diesem Zusammenhang engagiert sich die WKÖ als Partner in der Umsetzung der Europäischen Ausbildungsallianz, z.B. bei zwei Projekten zur Etablierung der dualen Ausbildung in der Slowakei und in Rumänien. (FA)

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