Österreich muss wettbewerbsfähig bleiben

Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk fordert Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität und Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich

Wien (OTS/PWK292) - "Österreich darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen und seinen guten Ruf als Wirtschaftsstandort verlieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und eine mögliche Abwanderung von Unternehmen zu verhindern, sind entsprechende Maßnahmen zur Standortsicherung dringend notwendig", gibt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zu bedenken. Ziel muss es sein, die Attraktivität des österreichischen Standortes zu erhöhen und Unternehmen ein produktives Arbeiten zu ermöglichen.

Zu viel Bürokratie

Konkret nennt Scheichelbauer-Schuster vier Forderungen:
Bürokratieabbau, Stärkung der Eigenkapitalquote, Bekämpfung der Schattenwirtschaft und Fixierung der dualen Ausbildung. Zur Entlastung der Betriebe hat die WKÖ schon seit Jahren Vorschläge erarbeitet, zuletzt mit dem "Bürokratie-Abbau-Gesetz" im Regierungsprogramm. So gibt es etwa den Vorschlag für eine Vereinfachung bei der Lohnverrechnung oder den Einsatz eines Praktikerbeirates, um neue Gesetze kostengünstig umzusetzen. Die EU hat hier bereits erste Schritte getan und eine Resolution des österreichischen EU-Abgeordneten Paul Rübig zur sogenannten Top Ten Initiative zum Bürokratieabbau für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) angenommen. Jetzt muss auch Österreich folgen. Das Leitmotiv "think small first" muss bei allen Überlegungen Grundlage sein - nur so können Wachstumsimpulse gesetzt werden.

Steuerliche Anreize

Um die Eigenkapitalfinanzierung zu erleichtern, sollte die steuerliche Diskriminierung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital beseitigt werden, wie das zum Beispiel bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit einer fiktiven Eigenkapitalverzinsung der Fall ist. Scheichelbauer-Schuster: "Wer eigenes Geld in sein Unternehmen investiert, kann derzeit keine steuerlichen Vorteile nutzen. Beim Fremdkapital hingegen können die Zinsen als Betriebsausgabe abgesetzt werden."

Und auch im Bereich der Schattenwirtschaft besteht Handlungsbedarf, denn Pfusch, Steuerhinterziehung und Sozialbetrug kosten den Staat Milliarden Euro. Hier wurde zuletzt mit dem Handwerkerbonus ein erster Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Ab 1. Juli 2014 können Förderungen in Form eines "Sanierungsschecks" für Arbeitsleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von Wohnraum beantragt werden. Bis Ende 2015 können 50.000 Anträge mit je 600 Euro Förderung gestellt werden. Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass dadurch die Schwarzarbeit um 100 bis 200 Millionen Euro vermindert wird. Davon profitierten vor allem Klein- und Mittelbetriebe durch vermehrte Aufträge, aber auch ihre Kunden durch eine Entlastung bei den Arbeitszeitkosten.

Sicherung der Bildungsqualität

Einen hohen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung der österreichischen Wirtschaft haben die Meisterqualifikation sowie gleichzusetzende Ausbildungen und Berufserfahrungen. Diese Qualifikation entspricht dem Level 6 des Europäischen Qualifikationsrahmens und kommt daher dem "bachelor degree" gleich. "Was fehlt, ist die Umsetzung des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) in Österreich, damit diese Niveaustufe auch in den Zeugnissen ausgewiesen werden kann. Dadurch würden wir mit Deutschland gleichziehen, wo die entsprechende Grundlage bereits existiert", erklärt Scheichelbauer-Schuster. Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk als größter Lehrlingsausbildner fordert daher, dass die Arbeit an einem österreichischen NQR-Gesetz unverzüglich aufgenommen wird. Nur so wird der hohe Stellenwert der beruflichen Qualifikation sowohl für Arbeitnehmer als auch Unternehmer bei Bewerbungen und Ausschreibungen national und international konkret darstellbar.

Wichtig ist es ebenso, ein eigenes Fach zur Berufsorientierung in den Schulen einzuführen. "Wir müssen den Schülern die Chance geben, rechtzeitig und umfassend über den Berufsalltag in den Lehrberufen informiert zu werden, damit sie die passenden Entscheidungen für ihre Berufslaufbahn treffen können", so Scheichelbauer-Schuster. Das verhindert Schulabbrüche, was nicht zuletzt mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden ist. (KR)

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Prof. Dr. Reinhard Kainz
Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Gewerbe und Handwerk
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