MARTIN PFUNDNER: DIE FORMEL 1 IN ÖSTERREICH - VON DEN FLUGPLATZRENNEN ZUM RED BULL RING

BÖHLAU 2014. 297 S. 449 s/w- u. farb. Abb. EUR 34,90 ISBN 978-3-205-79540-7

Wien (OTS) - Die Formel 1 kehrt nach Österreich zurück, genau fünfzig Jahre nach dem ersten Welt-meisterschaftslauf auf österreichischem Boden. Damals, im Jahre 1964, fand das Rennen auf dem Flugplatz Zeltweg statt und sah Lorenzo Bandini auf Ferrari als Sieger. Jochen Rindt, 22 Jahre jung, saß zum ersten Male in einem echten Formel 1-Wagen, einem Brabham-BRM des Whisky-Magnaten Rob Walker. Er lag in dem illustren Feld zeitweilig auf Platz 10, fiel aber schließlich mit Lenkungsschaden aus. Bei den Fachleuten hinterließ er dennoch einen so starken Eindruck, dass er für 1965 von Cooper einen Formel 1-Werksvertrag bekam.

Martin Pfundner war damals Rennleiter des Großen Preises von Österreich in Zeltweg und hat dieses Flugplatzrennen seit 1959 bis zum WM-Lauf entwickelt. Er schildert die Geschichte des Automobil-Rennsports in Österreich, der bis 1956 ein sehr bescheidenes Nachkriegsdasein fristete. Seit dem ersten internationalen Flugplatzrennen auf dem europäischen Kontinent 1957 in Wien-Aspern war Österreich kein weißer Fleck mehr auf der rennsportlichen Landkarte Europas. Pfundner hatte das englische Vorbild des Militärflugplatzes Silverstone im Auge. Im Alter von 26 Jahren war er der Initiator der österreichischen Flugplatzrennen und wurde zum Rennleiter in Wien-Aspern bestellt.

Eine höchst beachtliche Serie von 61 internationalen Flugplatzrennen in den Jahren 1957 bis 1977 wurde für Generationen österreichischer Fahrer zur rennsportlichen Volksschule, unter anderen für Jochen Rindt, Niki Lauda, Dieter Quester oder Helmut Marko. Etwa zwei Drittel dieser Rennen wurden vom ÖASC unter dessen Präsident Willy Löwinger veranstaltet. Sie waren sehr bald bei Privatfahrern weit über Mitteleuropa hinaus ungemein beliebt. In Zeltweg wurde 1959 erstmals in Österreich ein Formel 2-Rennen gefahren. Ab 1961 folgten drei Formel 1-Rennen, bis die FIA dem vierten heimischen Formel 1-Rennen WM-Status verlieh. All diesen Flugplatzrennen auf dem Weg zur Formel 1 setzt der Autor ein längst überfälliges Denkmal. Ohne sie hätten Rindt und Lauda nicht viermal die Weltmeisterschaft gewonnen, ohne sie gäbe es weder den Österreichring noch den Salzburgring.

Nach den ersten vier Formel 1-Rennen auf Flugplätzen folgte in den Jahren von 1970 bis 2003 nicht weniger als 25 Formel 1-WM-Läufe auf dem bloß zwei Kilometer oberhalb des Militärflugplatzes Zeltweg errichteten Österreichring. Die Tradition ist also ungebrochen, auch wenn die Rennstrecke zum A1-Ring umgebaut wurde und heute als Red Bull-Ring seine Wiederauferstehung erlebt. Nach den Weltmeistern Rindt und Lauda beleuchtet das Buch auch die erfolgreichen Formel 1-Laufbahnen von Gerhard Berger und Alexander Wurz. Dazu aber haben auch alle großen ausländischen Stars ihren Auftritt.

Zwar verabschiedete sich die Formel 1 im Jahre 2003 vorläufig aus Österreich, doch trat in der Formel 1 dafür das österreichische Red Bull Team auf den Plan. Von Dietrich "Didi" Mateschitz ins Leben gerufen, setzte sich das Team gegen die Konkurrenz sämtlicher berühmter Konzerne und Teams so nachhaltig durch, dass Red Bull viermal in Folge die Konstrukteurs-WM mit dem Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel als Piloten errang. Womit der Rückkehr der Formel 1 nach Österreich, auf den Red Bull Ring, nichts mehr im Wege steht.

MARTIN PFUNDNER

geboren 1930 in Wien als Sohn eines autobegeisterten Glockengießers, nahm in den 1950er Jahren an sieben Österreichischen Alpenfahrten und vielen anderen Rallyes teil. Im Alter von 26 Jahren war er Initiator und Rennleiter des ersten internationalen Flugplatzrennens auf dem europäischen Kontinent in Wien-Aspern und baute dann das Flugplatzrennen Zeltweg bis zum Großen Preis von Österreich 1964 als Formel 1-Weltmeisterschaftslauf auf.
Jochen Rindt half er 1965 beim Einstieg in die Formel 2, genau wie sieben Jahre später auch Niki Lauda.

Als Vorstandsmitglied der Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) in Paris und Vizepräsident ihrer Internationalen Sportkommission (CSI) hat er die weltweiten Geschicke des Automobilsports ein Jahrzehnt lang wesentlich mitbestimmt. Ein halbes Jahrhundert nach seiner Wahl in die FIA wurde er kürzlich in Paris als "der Mann, der die Formel 1 nach Österreich brachte" mit dem FIA Heritage Cup ausgezeichnet.

Hauptberuflich war er anfangs in der gleichnamigen Glockengießerei in Wien tätig und ist auch heute noch Besitzer der weltweit größten Sammlung alter Kirchenglocken. In späteren Jahren war er Vorstandsdirektor von General Motors Austria, bis er im Alter von 66 in den "Unruhestand" eintrat. Als Ehrenvorsitzender der Österreichischen Automobil-Importeure in der Industriellenvereinigung ist er noch heute eng mit der Automobilwirtschaft verbunden.

Daneben war Martin Pfundner sein Leben lang auch schriftstellerisch tätig. Er war Mitgründer der "autorevue" sowie lange Jahre Chefredakteur von "Auto-Jahr" (Lausanne). Seinen bisher zehn automobilhistorischen Büchern fügt er nun "Die Formel 1 in Österreich" als elftes hinzu.

Er ist Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.

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