Pernkopf fordert weltweiten Ausstieg aus Atomkraft - Zukunft liegt in Erneuerbaren

Tschernobyl endlich als Anlass zum Umdenken nehmen

Wien (OTS) - "Vor 28 Jahren ereignete sich eine der schlimmsten Katastrophen unserer Zeit: der Reaktor in Tschernobyl explodierte und ganz Europa war von den Auswirkungen betroffen. Heute - fast 30 Jahre später - tun manche immer noch so, als sei Atomkraft eine umweltfreundliche und sichere Energie. Das ist sie aber definitiv nicht. Diese Form der Energie ist nicht zukunftstauglich", so der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf anlässlich des Jahrestages des Reaktorunfalls in Tschernobyl.

Weltweit sind aktuell 435 Reaktoren in Betrieb und 72 Reaktoren in Bau. Von den in Bau befindlichen Reaktoren stehen insgesamt 55 in Asien. Russland baut derzeit zehn Reaktoren und in Europa sollen immerhin sieben Reaktoren in den nächsten Jahren ans Netz gehen. Das Durchschnittsalter aller in Betrieb befindlichen Reaktoren ist 28 Jahre. Das älteste Kraftwerk ist Beznau in der Schweiz, es ging bereits 1969 ans Netz. Pernkopf: "Diese Zahlen sind bedrohlich und zeigen, dass viele Länder ihre Energieversorgung auf extrem veraltete Technik stützen."

"Angesichts der Auswirkungen von Tschernobyl erscheint es grotesk, dass die Atomlobby nach wie vor die Hand nach EU-Steuergeldern ausstreckt. Der Idee, Atomkraftwerke als 'emissionsarme Technologien' einzustufen, muss eine klare Absage erteilt werden. Atomkraft unter dem Deckmantel des Klimaschutzes zu fördern ist ein absolutes No-Go", so Pernkopf. "Der Subventions-Hahn für Atomkraft muss geschlossen werden."

"Ich erwarte mir ein klares Bekenntnis der EU für den Ausbau der erneuerbaren Energie. Gleichzeitig braucht es ein klares Zeichen, dass der Ausbau der Atomkraft nicht im Sinne einer europäischen Energiestrategie bis 2050 sein kann - deshalb müssen die Subventionen für Atomkraft auch zurückgefahren werden", so Pernkopf abschließend. "Die vor kurzem in Brüssel präsentierten neuen Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien sind nicht zufriedenstellend und gehören adaptiert. Sie müssen eine zuverlässige und sichere Energieversorgung garantieren und gleichzeitig für eine saubere Umwelt sowie einen starken Arbeitsmarkt sorgen. Kurz gesagt: Sie müssen eine Energiewende unterstützen."

Das Ökosoziale Forum hat eine aktuelle Übersicht über nukleare Reaktoren weltweit erarbeitet. Diese Übersicht steht auf
http://www.oekosozial.at/index.php?id=14116 zum Download bereit.

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