VIRUS zu Donauverkehr: Tragflügelboote zeigen Speed ohne große Aufwallung

Schiffe müssen dem Wasserweg angepasst werden

Wien (OTS) - Auf die seit Jahrzehnten auf der Donau verkehrenden Tragflügelboote verweist die Umweltorganisation VIRUS. Sprecher Wolfgang Rehm: "Man kann über diese unter slowakischer und ungarischer Flagge verkehrenden Schiffe geteilter Meinung sein aber was den für die Donaufische im Nationalpark so schädlichen Wellenschlag angeht zeigt sich an ihren Beispiel, dass es bei geeigneter Konstruktion durchaus möglich ist, schnellen Ausflugsverkehr abzuwickeln auch ohne den Fluss mit hoch gehenden Wogen aufzuwühlen. Nicht immer ist also neu besser".

VIRUS fordert einen sensibleren Umgang mit der Donau und den Einsatz zum jeweiligen Gewässer passender Schiffe. So seien auch im Güterverkehr die traditionell verkehrenden so genannten Schubverbände, modulare Einheiten nach dem Prinzip eines Sattelschleppers, besser an die Donau und zeitweilige Niedrigwasserbedingungen angepasst als die seit der Eröffnung des Main-Donau Kanals zunehmend verkehrenden Motorgüterschiffe. Für die müsse dann mehr Erhaltungsaufwand mit umweltschädlichen Baggerungen getrieben werden. Für den im Vergleich zum stagnierenden Güterverkehr wachsenden Personenverkehr biete der auch den Fluss einschließende Nationalpark Donauauen den perfekten Rahmen. "Allerdings sorgen einige wenige Schiffe, allen voran der in Skandinavien gebaute und mit viel Propaganda beworbene Twin-City-Liner immer wieder für Schlagzeilen, wegen der Bedrohung des seltenen Fischbestandes im Nationalpark durch den offenbar etwas voreilig bewilligten Katamaran-Verkehr, oder aber auch durch wiederholte Havarien dieses nur scheinbaren Vorzeigekandidaten," kritisiert Rehm und fordert ergänzende, weniger oberflächliche Prüfungen. Die Umweltorganisation zeigt sich davon überzeugt, dass am Ende der Umstieg auf einen anderen Schiffstyp unvermeidlich ist und warnt deshalb davor, den beiden Katamaranen weitere Einheiten desselben Typs hinzuzufügen. Stattdessen gelte es den Ausstieg vorzubereiten, und die bereits vorhandenen Schiffe an ein Einsatzgebiet zu veräußern, wo sie weniger Schaden anrichten. "Für den zu beschaffenden Ersatz, den Twin-City-Liner 2.0 gilt es sorgfältiger als bisher neue Wege zu beschreiten, oder sich an bewährtem zu orientieren, die Tragflügelboote zeigen, dass Speed auch ohne großen Wellenschlag möglich ist", so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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