vida und GPA-djp: Beschäftigte im Tourismus haben Einkommenserhöhung verdient!

Arbeitgeber schneiden sich mit Abbruch der KV-Verhandlungen ins eigene Fleisch, bundesweite Verhandlungen müssen umgehend wieder aufgenommen werden

Wien (OTS/ÖGB) - "Mehr Arbeit für weniger Geld" - das scheint das Motto der Arbeitgeberseite bei den diesjährigen Verhandlungen über den Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe gewesen zu sein. "Anders ist es nicht zu erklären, dass die VertreterInnen der WKÖ inakzeptable Verschlechterungen für die ArbeitnehmerInnen zur Bedingung erhoben haben, um überhaupt über Einkommenserhöhungen zu verhandeln", so die Verhandlungsführer der Gewerkschaften vida und GPA-djp, Rudolf Komaromy und Alfred Gajdosik. Sie fordern die Fortsetzung der bundesweiten Verhandlungen.++++

Länger gesund im Job - leider nicht im Tourismus!

Schon jetzt ist das Hotel- und Gastgewerbe eine Branche mit hohen Belastungen für die Beschäftigten: unregelmäßige und lange Arbeitszeiten, Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit, körperlich anstrengende Tätigkeiten, hohe psychische Belastungen durch Zeitdruck und Stress. Die Einkommen sind im Vergleich mit anderen Branchen am unteren Ende der Skala angesiedelt. Der Arbeitsklimaindex belegt Jahr für Jahr sinkende Jobzufriedenheit und Branchenflucht.

Bedingungen sollen noch schlechter werden

Die Arbeitgeberseite will die Arbeitsbedingungen in der ohnehin schwierigen Branche noch einmal massiv verschlechtern. Gefordert wird eine Verkürzung der Nachtruhezeit von derzeit elf auf acht Stunden bei gleichzeitiger Anrechnung der Tagesfreizeit - und zwar auf gesetzlicher Ebene, ein Punkt also, der bei Kollektivvertragsverhandlungen gar nichts verloren hat. Außerdem wird eine massive Ausweitung der Durchrechnungszeiträume auf sechs Monate gefordert.

Auch die Verhandlungen über ein längst fälliges, zeitgemäßes und bundesweit einheitliches Lohn- und Gehaltssystem, das die Gewerkschaften vorgeschlagen haben, wurden durch das enttäuschende Verhalten der Arbeitgeber abgewürgt. Deren angeblichen Vorschlag für eine überproportionale Anhebung der Löhne und Gehälter habe es dagegen nie gegeben, stellen Komaromy und Gajdosik klar: "Im Gegenteil, eine für jede Arbeitnehmervertretung völlig inakzeptable Forderung zur Bedingung zu erheben, überhaupt über Lohn- und Gehaltserhöhungen zu reden, lässt nur den Schluss zu, dass eine Einigung gar nie gewünscht war und auf dem Rücken der Beschäftigten die Kosten für Lohn- und Gehaltserhöhungen gespart werden sollen."

Lohn- und Gehaltstabellen gelten weiter

Die aktuellen Lohn- und Gehaltstabellen gelten weiter. Für die rund 200.000 Beschäftigten bedeutet das Verhalten der Arbeitgeber aber, dass sie im Endeffekt eine Reallohnkürzung hinnehmen müssen. "Nicht nur, dass es keine angemessene Einkommenserhöhung gibt, es wird ja nicht einmal die Inflationsrate abgegolten. Über Nachwuchs- und Fachkräftemangel im Tourismus braucht sich niemand mehr wundern, so werden immer mehr Beschäftigte in besser bezahlte Jobs mit besseren Rahmenbedingungen flüchten", so die beiden Gewerkschafter. "Mit dem Abbruch der KV-Verhandlungen schneiden sich die Arbeitgeber letztlich ins eigene Fleisch."

Die Forderungen der Gewerkschaft bleiben:

Schrittweise Anhebung von Mindestlohn bzw. Mindestgehalt auf 1.500.- Euro
Angemessene Einkommenserhöhung für alle Beschäftigten Angemessene Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen und Übernahme der Internatskosten durch die Arbeitgeber
Ein bundesweit einheitliches, modernes Lohn- und Gehaltssystem mit neuer Nomenklatur und einheitlichen Lohn- bzw. Gehaltstabellen

In der kommenden Woche werden weitere Schritte und Maßnahmen in den Gewerkschaftsgremien beraten und beschlossen, das Ziel ist aber klar, so Komaromy und Gajdosik abschließend: "Die Arbeitgeber sind aufgefordert, umgehend mit uns wieder bundesweite Verhandlungen aufzunehmen!"

Rückfragen & Kontakt:

vida-Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Pölki
Tel: 0664/614 57 51 oder 01/53444 79-263
barbara.poelki@vida.at
www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003