Ethisches und nachhaltiges Investment: Rendite und Moral kann man zusammenführen

Wien (OTS) - "Ethisches und nachhaltiges Investment kann mit Renditen vereint werden, dies lässt sich aus einer Vielzahl von Langzeitstudien belegen.", meint Michael Martinek, Vorstandsvorsitzender von Schelhammer & Schattera bei einer Diskussion am 23. April 2014 im management club.

Momentan beträgt der Anteil ethischer oder nachhaltiger Finanzprodukte etwa fünf Prozent. "Solange das noch nicht Mainstream ist, kann man heute durch kluges Investieren nach ethischen Kriterien sicherlich eine gleich hohe Rendite wie bei nicht nachhaltigen Anlageprodukten erzielen. Sobald man aber ernst macht mit dem Umbau der globalen Wirtschaft - zB eben nicht mehr mit billiger Kinderarbeit in Asien produzieren lässt - dann kostet das auch, und dann wird ein nachhaltiges und ethisch einwandfreies Investment nicht mehr eine gleich hohe Rendite bringen können. Das ist wie bei Bio-Produkten, die auch teurer sind", so Friedhelm Boschert von Oikocredit. Der so genannte Best-of-Class Ansatz, bei dem jene Unternehmen, die in ihrer Branche am besten abschneiden, bevorzugt werden, versucht dem entgegen zu wirken und das Konzept in die Breite zu tragen. "Soll man bei ethisch-nachhaltiger Geldanlage nur mit einem Extremansatz arbeiten, dh es muss alles zu 100% erfüllt sein, oder ist es nicht sinnvoll, Unternehmen und Länder zu fördern, die am richtigen Weg sind? Ich bin der Meinung: ja man sollte Zweiteres, natürlich auf einem hohen Niveau verfolgen!" stellt Martinek im mc klar. Durch die zunehmende Transparenz in Unternehmen wird die Auswahl einfacher, auch die Quantifizierung der ökologischen und ethischen Kriterien wird laufend professionalisiert - ein Grund dafür, dass ethisches und nachhaltiges Investment in den letzten Jahren stark anwuchs.

Christoph Schweifer, Generalsekretär Internationale Projekte bei der Caritas, steht Renditen keineswegs negativ gegenüber. "Es gibt Modelle, bei denen alle profitieren: die Anleger, die Unternehmen und die Gesellschaft. Was für den Investor in unseren Kreisen ein Luxus ist, wird für diejenigen, die hungern oder in Armut leben, lebensnotwendig." Schweifer ortet allerdings auch ein "moralisches Marktversagen": Man bekomme am Markt zwar viele Preisinformationen, jedoch keine Information darüber, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden. Das Treffen einer ethischen Kaufentscheidung sei daher ohne Recherche nicht möglich. Abseits vom Einwirken auf Unternehmen durch bewusste Kaufentscheidungen bietet ethisches und nachhaltiges Investment die Möglichkeit, Unternehmen durch Finanzkapital zu steuern und durch aktives Engagement zB in der Hauptversammlung Veränderungen einzufordern.

"Allein durch ethisches oder nachhaltiges Investieren kann man allerdings noch keinen Social Impact erwarten", so Boschert. Dieser tritt erst dann ein, wenn sich beim Empfänger auch wirklich die Bildung, die Gesundheit oder die Ernährungssituation verbessert. Genau das kann oft mit Hilfe von Mikrokrediten erreicht werden. Jedoch muss sich auch ethisches und nachhaltiges Investment rechnen. "Nachhaltige Veränderung ist möglich", so Schweifer, "es braucht ein Zusammenspiel von Finanzwirtschaft, Realwirtschaft und Politik." Zusätzlich müssen Konsumenten über Kaufentscheidungen ökonomischen Druck aufbauen. Wenn ein Unternehmen einen entsprechenden Werteunterbau hat, ist das Gewinnstreben nicht das einzige.

Der management club begrüßt die Möglichkeit, dass es nachhaltige und ethische Investments gibt und mc unterstützt auch die Idee, dass es neben den rein wirtschaftlichen Faktoren eine Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und künftigen Generationen gibt.

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