Ärztekammer: Politik muss Lieferengpässe bei Medikamenten beseitigen

Wechselberger sieht strukturelle Schwächen bei Arzneimittelversorgung - Starres Beschaffungs- und Vertriebssystem überdenken

Wien (OTS) - In der Frage von aktuellen Lieferengpässen bei Medikamenten kommt nun von den Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) die Aufforderung an die Gesundheitspolitik, die Sozialversicherung und die Apotheken, bestehende Schwachstellen unverzüglich zu beseitigen. Es gehe nicht an, dass Österreich aufgrund eines mangelhaften Beschaffungssystems und restriktiver Voraussetzungen in der Vertriebsorganisation bei der Arzneimittelversorgung diskriminiert werde, sagte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger am Freitag in einer Aussendung. Bekanntlich gab es in den letzten Tagen deutliche Hinweise auf Österreich-spezifische, systembedingte Engpässe bei der Versorgung mit Impfstoffen, Krebsmedikamenten, aber auch bei Arzneimitteln, die für die tägliche Routineversorgung der Patienten notwendig sind.

"Politik und Sozialversicherungen sind aufgerufen, auch langfristige Aspekte bei der Medikamentenversorgung zu überlegen. Die Verfolgung kurzsichtiger Sparziele und die Gewinnorientierung der Sozialversicherungen sind, wie sich auch in diesem Falle herausstellt, mehr als nur kontraproduktiv". Gleichzeitig sollte das monopolhafte Beschaffungs- und Vertriebssystem von Medikamenten bis hin zur Abgabe durch Apotheken überdacht werden, sagte der Ärztepräsident. Die starren Rahmenbedingungen würden auch bei gegebenen Lieferengpässen eine alternative Beschaffung notwendiger Medikamente auf internationalen Märkten verhindern. Aus Sicht des hohen Ärztepolitikers könnten diese Bedingungen im Interesse der Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung nicht einfach hingenommen werden. Jetzt sei die Zeit gekommen, strukturelle Änderungen vorzunehmen, führte Wechselberger abschließend aus. (ms)

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