Städtebund unterstützt Gesellschaftsklimatag

Vielfalt und positives Zusammenleben finden Gehör

Wien (OTS) - In Österreichs Städten wird am 25. April 2014 erstmals der Gesellschaftsklimatag gefeiert. Im Mittelpunkt stehen Vielfalt und ein positives Zusammenleben im urbanen Raum.
"Städte setzen Impulse und gestalten Leben vieler Menschen, sie bieten Freiraum und Vielfalt, die auch international sehr geschätzt wird. Aufgrund der prekären Finanzsituation müssen wir besondere Anstrengungen unternehmen, um die soziale Ausgewogenheit im städtischen Raum zu sichern. Es geht darum, Österreichs Städte auch in Zukunft für ihre EinwohnerInnen leistbar und lebenswert zu erhalten", erklärt Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger.

Der Gesellschaftsklimatag soll in Zukunft einmal im Jahr, jeweils am letzten Freitag im April begangen werden und wird von einem breiten Bündnis von Städten, Organisationen und Institutionen getragen, denen das gleichberechtigte Miteinander ein großes Anliegen ist.

Das Miteinander positiv gestalten

"Mit dem Gesellschaftsklimatag wollen wir die Aufmerksamkeit auf das gesellschaftliche Zusammenleben, auf das soziale Klima in unserem Land richten. Wir wollen alltägliche Abläufe ver-rücken, Rollen tauschen, die Welt auf den Kopf stellen und damit zeigen: Es ist mehr möglich, als das, was wir als selbstverständlich ansehen. Es geht auch anders, es geht auch noch besser", erläutern die Gesellschaftsklima-BündnispartnerInnen ihre Intention.

Verrückungen

In ganz Österreich finden am Gesellschaftsklimatag Aktionen statt:
Ob Schüler und Schülerinnen ihre Kompetenzen an Lehrer und Lehrerinnen vermitteln, Vereine ihre Büros tauschen oder eine Buchhandlung eine Weltkarte auf den Kopf gestellt aufhängt, immer geht es darum, etwas in einem positiven und Vielfalt bejahenden Sinn "anders als sonst" zu machen.
Die Initiative findet auch in vielen Städte Unterstützung. In Wien beispielsweise findet auf der Mariahilfer Straße eine einzigartige Verrückung statt. Bürger und Bürgerinnen tun, was eine inklusive Gesellschaft ausmacht: In zwei einander zugewandten Sesselreihen unterhalten sie sich darüber, wie sie zusammen leben wollen. Dann machen sie Platz, rücken einen Sessel weiter und hören der nächsten Person zu. Zusätzlich zum Gesellschaftsklima-Speedtalk auf der Mariahilfer Straße finden auch Speed-Talks in Cafés und in anderen Städten statt.

"Wiener Charta" - ein Beitrag zum Gesellschaftsklima

Am Viktor-Adler-Markt sowie am Brunnenmarkt in Wien finden zeitgleich ab Mittag BürgerInnendiskussionen statt, die PassantInnen werden spontan befragt, ob das Zusammenleben in Wien funktioniert und was verbessert werden könnte. Im Mittelpunkt stehen dabei Erkenntnisse der im Jahr 2012 von den WienerInnen selbst erarbeiteten "Wiener Charta". Die Ergebnisse werden dokumentiert und anschließend im Rahmen eines gemeinsamen Charta-Gespräches mit InitiatorInnen und UnterstützerInnen der Wiener Charta diskutiert. "Die Wiener Charta war ein einmaliger Prozess, der uns gezeigt hat, dass den WienerInnen das Gesellschaftsklima in ihrer Stadt ein großes und wesentliches Anliegen ist. Unabhängig ihrer Herkunft wollen sie die Zukunft gemeinsam gestalten. Als Stadt wollen wir immer wieder die Möglichkeit bieten sich aktiv zum Zusammenleben einzubringen. Eine Aktion wie heute bildet den Rahmen dazu" erklärt die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger.

"Mitmach-Zirkus" in Innsbruck

Die Stadt Innsbruck beteiligt sich gemeinsam mit dem Land Tirol am Gesellschaftsklimatag. Geplant ist eine einstündige Aktion (14 bis 15 Uhr) vor dem Rathaus. Im Rahmen eines "Mitmach-Zirkus" verteilen Stadtrat Gerhard Fritz und Landesrätin Christine Baur, Schokolade und Postkarten, die auf diesen Tag aufmerksam machen. "Der Gesellschaftsklimatag, der auch vom Städtebund unterstützt wird, ruft zu gutem Zusammenleben in Vielfalt auf. Die Menschen in unserer Stadt sind unterschiedlich, haben alle die gleichen Rechte. Die Würde eines Menschen ist zu wahren, unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Bildung, Behinderung, Alter, Familienstand, sexueller Orientierung oder Sprache. Das ist nicht so anstrengend, wie es klingt. Es kann auch Spaß machen, mit Kunst und Schokolade - wie wir heute zeigen", sagt Stadtrat Fritz.

Salzburg: Spazieren und Diskutieren für Respekt und gegen Ausgrenzung

Auch in der Stadt Salzburg haben Interessierte die Möglichkeit sich zu beteiligen: "Spazieren und Diskutieren für Respekt und gegen Ausgrenzung", lautet dort die Devise. Der Runde Tisch Menschenrechte und das Integrationsbüro der Stadt Salzburg luden Schulklassen ab der 5. Schulstufe zu Spaziergängen und Workshops ein.

Ministerium für Gleichstellung und Vielfalt

Am Abend des Gesellschaftsklimatags wird in einer Podiumsdiskussion der nächste Schritt in der Debatte um Integration, Rechte, Chancen und Vielfalt erörtert: das Mainstreaming von Diversitäts- und Gleichstellungspolitik. Ist es tatsächlich schon der Weisheit letzter Schluss getrennte Frauen-, Gleichbehandlungs- und Integrationsministerien zu haben? Oder soll ein gemeinsames Ministerium für Gleichstellung und Vielfalt geschaffen werden? Wie sieht ein zukunftsweisender Weg zu einem besseren Gesellschaftklima aus?

Gesellschaftsklimabündnis

Der Gesellschaftsklimatag ist ein Projekt des Gesellschaftsklimabündnis, einem Zusammenschluss unterschiedlichster Vereine und Institutionen - von Arbeiterkammer bis Volkshilfe, von Integrationshaus bis Wiener Volkshochschulen, von SOS Mitmensch bis Interkulturelles Zentrum, von asylkoordination bis Presseclub Concordia. "Wir haben ein konkretes Ziel: das gesellschaftliche Klima in Österreich zu verbessern, damit die vorhandene Vielfalt an Lebensentwürfen und Weltanschauungen gewürdigt und anerkannt wird. Der bereits existierende Pluralismus in Österreich muss Teil des Selbstverständnisses der österreichischen Gesellschaft werden", so die BündnispartnerInnen abschließend.

Mehr Infos unter:
www.gesellschaftsklima.at

Informationen über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von rund 250 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen.
Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Österreichische Städtebund ist Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs.3) ausdrücklich erwähnt.

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