ÖGfE-Schmidt: 10 Jahre EU-Erweiterung - Mehrheit der ÖsterreicherInnen zieht positive Bilanz

53 Prozent halten EU-Beitritt der Nachbarländer für gute Entscheidung - Skepsis betreffend künftiger EU-Erweiterungen - Umfrage

Wien (OTS) - "Am 1. Mai ist es genau 10 Jahre her, dass unsere Nachbarländer Slowenien, Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakei EU-Mitglied geworden sind. Im Rückblick sieht eine Mehrheit der ÖsterreicherInnen diesen Schritt positiv", analysiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage.

"Der EU-Beitritt unserer mitteleuropäischen Nachbarn zählt für Österreich mit zu den wichtigsten Ereignissen der letzten Jahrzehnte. Nicht nur die heimische Wirtschaft hat profitiert, auch der Wegfall der Grenzkontrollen, die Einführung des Euro in Slowenien und der Slowakei sowie eine Vielzahl von grenzüberschreitenden Initiativen tragen tagtäglich dazu bei, dass die Regionen und damit die Menschen weiter zusammenwachsen", so Schmidt. "Was künftige Erweiterungen betrifft, so sind die ÖsterreicherInnen jedoch zurzeit skeptisch."

53 Prozent der Befragten geben an, dass die Aufnahme unserer Nachbarländer in die EU vor zehn Jahren eine "gute Entscheidung" gewesen ist. 24 Prozent sind nicht dieser Ansicht und halten den Beitritt Sloweniens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei rückblickend für eine "schlechte Entscheidung". 20 Prozent äußern sich in dieser Frage neutral ("weder gut noch schlecht"). Gegenüber einer ÖGfE-Vergleichsumfrage vom März 2010 hat sich im Meinungsbild der ÖsterreicherInnen von der Tendenz her wenig verändert. Damals werteten 56 Prozent die EU-Erweiterung um die Nachbarstaaten als "gute" und 19 Prozent als "schlechte Entscheidung" (21 Prozent "weder noch").*

Am positivsten sehen die jüngsten Befragten (bis 25 Jahre) den EU-Beitritt der Nachbarländer (68 Prozent "gute Entscheidung" | 16 Prozent "schlechte Entscheidung"), skeptischer äußert sich dagegen die älteste Befragungsgruppe (ab 66 Jahre), die den Beitritt der genannten Länder zu 42 Prozent als "gut", zu 30 Prozent jedoch als "schlecht" wertet.

Künftige Erweiterungen der EU werden zurzeit von der Mehrheit der ÖsterreicherInnen abgelehnt. Zuletzt (im September 2013) sprach sich nur etwa ein Viertel der Befragten explizit für den EU-Beitritt von Mazedonien, Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina aus, ein Fünftel für die Aufnahme von Albanien und des Kosovo, lediglich 15 Prozent für die EU-Mitgliedschaft der Türkei. "An erster Stelle steht für die Bevölkerung die Konsolidierung der EU. Österreich sollte jedoch - schon aus eigenem Interesse - eine weitere EU-Annäherung der Staaten des Westbalkans und das Ziel der Vollmitgliedschaft weiter aktiv unterstützen", analysiert Schmidt abschließend.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) im April 2014 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 558 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,2 Prozent. Umfragen 2010/2013 - SWS. *Rest auf 100 Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe".

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