"Beschämender Jahrestag von Rana Plaza"

Opfer und Hinterbliebene noch immer nicht angemessen entschädigt

Wien, Dhaka (OTS) - Am Donnerstag, dem 24. April 2014, jährt sich der Fabrikseinsturz von Rana Plaza in Bangladesch. 1.138 Menschen kamen dabei um Leben über 2.000 wurden verletzt. Auf der ganzen Welt kämpfen Gewerkschaften, AktivistInnen und Organisationen wie die Clean Clothes Kampagne für eine gerechte Entschädigung der Opfer und gegen das Vergessen.

Entschädigungszahlungen von Unternehmen ausständig

Ein Jahr nach der Katastrophe gibt es zwar einen Fonds für die Abwicklung der Entschädigungszahlungen, der unter der Aufsicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen wurde. Die Richtlinien des sogenannten "Rana Plaza Arrangement", wurden von Textilunternehmen, Regierungsvertretern Bangladeschs, lokalen und internationalen Gewerkschaften sowie der Clean Clothes Kampagne ausgearbeitet. Bis dato haben nur die Hälfte der 29 in Rana Plaza produzierenden Unternehmen in den Entschädigungsfond eingezahlt.

"Es ist beschämend, dass bis zum Jahrestag von den 29 Millionen Euro noch 18 Millionen ausständig sind, die nötig wären, um alle Betroffenen für ihre Einkommensverluste und medizinischen Kosten finanziell zu entschädigen. Diese 18 Millionen Euro entsprechen rund 0,2% der gemeinsamen Gewinne der Unternehmen im letzten Jahr und fehlen den Betroffenen in Bangladesch jeden Tag im Kampf ums Überleben!" so, Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne. "Marken wie Benetton, NKD oder Adler Modemärkte, machen in Österreich gute Gewinne. Sie haben es nicht nur verabsäumt, sicherzustellen, dass sie in sicheren Zulieferbetrieben nähen lassen, sondern lassen jetzt auch noch die Opfer und Hinterbliebenen im Stich!" kritisiert Königshofer.

Thomas Haunschmid, von CARE Österreich ist überzeugt:
"Boykottieren hilft jedenfalls nicht. Denn die Gewerkschaften in den Herstellerländern setzen auf die verändernde Macht der Konsumentinnen und Konsumenten. Wichtiger ist, Bewusstsein für unsere Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen schaffen, Filialleitungen der Modegeschäfte hartnäckig zur Herkunft der Bekleidung befragen und Kampagnen für faire Löhne unterstützen - also Druck auf Konzerne und Politik machen." Aber es sind nicht nur die einzelnen KonsumentInnen, die einen Unterschied machen können. Elisabeth Schinzel von der SO:FAIR Initiative erklärt dazu: "Auch öffentliche Institution können in ihren Ausschreibungen faire Arbeitsbedingungen einfordern. Und so sicherstellen, dass mit Steuergeld keine ausbeuterischen und gefährlichen Arbeitsplätze gefördert werden."

AktivistInnen und Organisationen gedenken und machen mobil

Um die Unternehmen an ihre soziale Verantwortung zu erinnern, wurde auch eine internationale Petition aufgesetzt, die unter www.cleanclothes.at zu unterschreiben ist.

Auf der ganzen Welt machen am Jahrestag von Rana Plaza AktivistInnen und Organisationen auf die fehlende Verantwortung der Textilindustrie aufmerksam.

In Wien gehen AktivistInnen von Südwind und der Clean Clothes Kampagne auf die Straße. Zum Gedenken an die Opfer von Rana Plaza wird am 24. April, von 10:00-12:00 Uhr, Ecke Mariahilfer Straße, Museumplatz in Wien ein Teppich aus schwarzen T-Shirts auslegt. Jedes T-Shirt erinnert an einen Menschen, der sein Leben beim dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes verlorenen hat.

Fotomaterial und Hintergrundinformationen: www.cleanclothes.at/presse

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

Rückfragen & Kontakt:

Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

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