WKÖ-Schwarzer: Plastiksackerl gehören zu kundenfreundlichem Service

Nach Meinung des EU-Parlaments müssen die Mitgliedstaaten den Verbrauch an leichten Plastiktragetaschen bis 2017 um 50% und bis 2019 um 80% reduzieren

Wien (OTS/PWK268) - "Das Europäische Parlament schießt mit Kanonen auf Spatzen. Plastiksackerln werden in Österreich im Lebensmittelhandel ohnedies entgeltlich abgegeben und die Konsumenten sind in der Mehrzahl auf Dauertragetaschen umgestiegen. Für die verbleibenden Bereiche wie etwa Buchhandel oder Apotheken haben die Plastiksackerl wesentliche Vorteile für den Konsumenten und gehören somit zu einem kundenfreundlichen Service," sieht Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung Umweltpolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die im Vergleich zum Entwurf der Europäischen Kommission zur Reduzierung leichter Kunststofftragetaschen beschlossenen Verschärfungen des Europäischen Parlaments kritisch: "Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen weiterhin die Möglichkeit haben, sich, ihren Bedürfnissen entsprechend, zwischen verschiedenen Tragehilfen zu entscheiden."

Heute wurde im Europäischen Parlament der sehr kontrovers diskutierte Bericht zur Reduzierung leichter Kunststofftragetaschen angenommen. Der ursprüngliche Kommissionsvorschlag wurde durch das Europäische Parlament massiv verschärft. Nach Meinung des Parlaments müssen die Mitgliedstaaten nun den Verbrauch an leichten Plastiktragetaschen bis 2017 um 50% und bis 2019 um 80% reduzieren sowie die Gratisabgabe von leichten Plastiktragetaschen im Nahrungsmittelsektor verbieten. Außerdem sieht der Beschluss auch Substitutionsvorgaben für die von der Richtlinie ausgenommenen sehr leichten Plastiktragetaschen unter 10 Mikron, die zur Verpackung von trockenen losen Lebensmitteln verwendet werden, durch Taschen aus recyceltem Papier oder durch kompostierbare bioabbaubare Taschen vor.

Wie das Reduktionsziel erreicht wird, bleibt den einzelnen Mitgliedstaaten überlassen, was zu unterschiedlichen Regelungen in Europa führen wird. Es ist unbestritten, dass es in manchen Mitgliedstaaten beim Umgang mit gebrauchten Plastikbeuteln Verbesserungspotenzial gibt. Verbote oder Steuern sind dafür aber nicht notwendig, wie das Beispiel Österreich zeigt. "Wir verfügen über ein hervorragendes benutzerfreundliches Abfallwirtschaftssystem und die Konsumentinnen und Konsumenten nehmen es auch bestens an. Dadurch kommt es in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern nur in sehr geringem Ausmaß dazu, dass Müll achtlos im öffentlichen Raum oder in der Natur weggeworfen wir", so Schwarzer weiter.

In welcher Form und wann die Richtlinie schlussendlich veröffentlicht wird sei, noch nicht absehbar, da die Beratungen im Rat noch andauern, so Schwarzer abschließend. (FA/JR)

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