Schieflage in den Unternehmen: Hohe Gewinnausschüttungen, zu wenig Investitionen

AKNÖ-Präsident Wieser: "Die Unternehmen müssen für eine nachhaltige Wertentwicklung sorgen."

Wien (OTS) - "Der Unternehmensmonitor der AKNÖ zeigt, dass die EigentümerInnen von Kapitalgesellschaften trotz gebremstem Wirtschaftswachstum hohe Gewinnausschüttungen erhalten, während die ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich kaufkraftbereinigt im Mittel ein Minus von 6 Euro beim Nettoeinkommen hinnehmen mussten", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. "Im Sinne einer fairen Partnerschaft erwarte ich mir von den Unternehmen, dass sie künftig den ArbeitnehmerInnen einen höheren Anteil der von ihnen erbrachten Wertschöpfung zu kommen lassen, anstatt den EigentümerInnen kurzfristig hohe Dividenden zu bescheren", so Wieser.

"Die durchschnittliche Gewinnquote ging zwar auf 2,9 Prozent zurück, mit 11,8 Prozent war die Eigenkapitalrentabilität dennoch beachtlich. Denn dieser Wert liegt 10,5 Prozentpunkte über der Sekundärmarktrendite", sagt AKNÖ-Expertin Mag. Marion Ibetsberger. Die ArbeitnehmerInnen mussten sich hingegen mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,87 Prozent auf ihre Sparbücher zufrieden geben. Die von den Unternehmen und ihren MitarbeiterInnen erwirtschafteten Gewinne werden zu einem hohen Anteil ausgeschüttet. Die Ausschüttungen machen 38,1 Prozent der in einem Jahr ausgezahlten Lohn- und Gehaltssummen aus. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen nach wie vor zurückhaltend bei den Sachinvestitionen. Trotz einer leichten Verbesserung sind die Gewinnausschüttungen im Verhältnis zu den Sachinvestitionen hoch - sie machen 113 Prozent aus. "Um im Interesse aller Stakeholder für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmenswertes zu sorgen, müssen die Unternehmen ihr Investitionspotenzial wesentlich besser nützen - hier ist noch viel Luft nach oben", sagt Ibetsberger.

AK-Unternehmensmonitor

Der AK-Unternehmensmonitor Niederösterreich 2013 gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der niederösterreichischen Unternehmen und ihren Beschäftigten. Konkret wurde zu den fünf Schwerpunktthemen Ertragslage, betriebliche Verteilungspolitik, finanzielle Stabilität, Standortsicherung und gesellschaftliche Verantwortung die durchgängige Entwicklung von 190 Unternehmen für die Jahre 2008 bis 2012 untersucht und im Schulnotensystem bewertet. Vom Unternehmensmonitor gibt es auch eine Österreich-Ausgabe, wo die Entwicklung von bis zu 1.700 Unternehmen ausgewertet wurde.

Mehr Info unter: noe.arbeiterkammer.at bzw. www.arbeiterkammer.at.

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Arbeiterkammer Niederösterreich, Abteilung Wirtschaftspolitik,
Mag. Marion Ibetsberger, Tel.: 05-7171-1603

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