Klaps auf den Po brachte das Fass zum Überlaufen: AK ging für Verkäuferin vor Gericht - Vorgesetzter musste 1500 Euro zahlen

Linz (OTS) - Monatelang setzte sich eine Verkäuferin gegen die Anzüglichkeiten und Übergriffe ihres unmittelbaren Vorgesetzten zur Wehr, doch der Mann belästigte sie immer wieder. Ein kräftiger Klaps auf den Po brachte das Fass zum Überlaufen: Die Frau wandte sich an die Arbeiterkammer, diese brachte den Fall vor Gericht. In einem Vergleich verpflichtete sich der Belästiger, der Frau 1500 Euro Entschädigung zu bezahlen.

Unangemessene Bemerkungen über ihre körperlichen Vorzüge ("so ein schöner Hintern") waren an der Tagesordnung. Noch unangenehmer waren die unerwünschten Umarmungen, wobei der Mann die Verkäuferin einmal bis aufs Damenklo verfolgte. Immer wieder forderte die Frau den Belästiger auf, die Übergriffe zu unterlassen, und stellte unmissverständlich klar, dass sie das nicht wollte. Doch erst nach einem kräftigen Klaps auf den Po im Zuge einer beruflichen Auseinandersetzung wurde es der Frau endgültig zu bunt. Sie meldete den Vorfall dem Geschäftsleiter und wandte sich an die Arbeiterkammer.

Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsleiter entschuldigte sich der Belästiger per SMS bei der Verkäuferin. Dennoch bestritt er vor Gericht die Vorwürfe. Doch der Geschäftsleiter hatte einen Aktenvermerk, in dem der Beschuldigte den Klaps auf den Po zugab. Deshalb stimmte der Beklagte einem Vergleich zu und bezahlte der Frau letztlich 1500 Euro Entschädigung für die sexuelle Belästigung.

Die Frau hat übrigens nach den Vorfällen das Dienstverhältnis einvernehmlich aufgelöst und rasch wieder einen neuen Job gefunden.

"Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt. Wir wissen, dass es nicht einfach ist für die betroffenen Frauen, solche Dinge anzuzeigen. Doch jeder einzelne Fall, der an die Öffentlichkeit kommt, schärft hoffentlich das Unrechtsbewusstsein der Täter und verhindert weitere Fälle", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
martina.macher@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001