Pfotenhilfe entsetzt: Massive Missstände in heimischen Zoofachhandlungen

Zum Kaninchen gibt es das Meerschweinchen gleich gratis dazu

Wien / Lochen (OTS) - Wie der Verein Pfotenhilfe kürzlich via einer Aussendung bekannt gab, musste man im Tierheim in Lochen heuer bereits Wochen vor Ostern acht Kaninchen aufnehmen, die von ihren Haltern ins Tierheim gebracht oder einfach ausgesetzt wurden. Meistens geben die frustrierten Besitzer der Tiere an, man hätte sie beim Kauf des Kleintieres weder darüber informiert, dass sich Kaninchen nicht zum Heimtier eignen, noch dass die Einzelhaltung der Vierbeiner gesetzlich verboten ist. Da die Pfotenhilfe im Zuge ihrer Osterkampagne bereits seit Wochen darauf aufmerksam macht, dass Tiere keine Sachen sind und man sie nicht verschenken darf, ging der Verein der Sache "Undercover" auf den Grund. Das Ergebnis: Enttäuschend und desaströs.

"Wir weisen Tierfreunde darauf hin, dass bei der Anschaffung eines Heimtieres eine reife Entscheidung genau so eine große Rolle spielt, wie die Auswahl der Tierart", erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. "Kaninchen sind weder Streicheltiere, noch ein Spielgefährten-Ersatz und eignen sich einfach nicht als Heimtiere". Kritisiert wird von dem Tierschützer, dass man in österreichischen Tierfachhandlungen vor dem Heimtierkauf nicht ausreichend informiert wird. "Wir haben im Zuge unserer Recherche einige Zoofachhandlungen aufgesucht und wollten uns vor Ort ein Bild machen, das Resultat war dramatisch", so Sautner. In keiner der besuchten Zoofachhandlungen, die fast ausschließlich zu großen Ketten gehören, wurden die Mystery Shopper aufgeklärt, weder darüber, dass Kaninchen nicht in Einzelhaltung gehalten werden dürfen, noch dass man sie nicht mit anderen Tierarten wie zum Beispiel Meerschweinchen gemeinsam in einem Käfig halten soll. Auch verabsäumte man in allen Fällen jegliche Beratung im Bezug auf die Haltungsbedingungen, den Einstreu, die Bedürfnisse der Tiere - von den gesetzlichen Erfordernissen ganz abgesehen. Selbst bei Fragen nach dem Geschlecht, der Lebenserwartung oder dem Alter der Tiere wurde in den meisten Fällen einfach geschätzt.

Bei einer Zoofachhandlung wird die Pfotenhilfe nun Anzeige erstatten; hier wurden ein Kaninchen und ein Meerscheinchen ohne Futter und Wasser gemeinsam in einem verschmutzen Gehege gehalten. Als sich die Tierschützer nach dem Tier erkundigten, meinte die Verkäuferin, es würde sich bei beiden Vierbeinern um "dumme Viecher" handeln, die keiner möchte und unterbreitete sogleich das Angebot, würde man das Kaninchen kaufen, gäbe es das Meerschweinchen gratis dazu. Beide dieser Tiere wurden von den Tierschützern mitgenommen und dürfen von nun an bei der Pfotenhilfe mit vielen weiteren Kleintieren ein artgemäßes Leben führen.

Die Pfotenhilfe fragt sich zurecht, wann es endlich ein Ende hat, dass Lebewesen wie im Supermarkt zum Schleuderpreis über den Tisch gehen dürfen. "Doch Zoofachfachhandlungen sind noch nicht das Schlimmste", so Sautner. "Auf vielen Ostermärkten im ganzen Land werden Kaninchen und Küken verkauft oder sogar bei Gewinnspielen verlost. Das ist nicht nur eine traurige Bilanz für das 21. Jahrhundert, sondern es sind auch barbarische und mittelalterliche Praktiken, die in der heutigen Zeit nichts mehr zu suchen haben", so Sautner abschließend.

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Sascha Sautner
sascha.sautner@pfotenhilfe.org
Mobil: 0664-848 55 61
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