Verkehrsministerium fördert E-Mobilität

Keine Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter VerkehrsteilnehmerInnen

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie fördert mit seinem Programm "E-Mobilität für alle: Urbane Elektromobilität" E-Carsharing und E-Taxis. Verkehrsministerin Bures geht es bei diesen Projekten darum, "E-Mobilität für die Bevölkerung sichtbar" zu machen (OTS0072, 11.4.2014). Genau um das "Wahrnehmbar machen" geht es auch dem Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ), der sich wiederholt für die verpflichtende Einführung eines akustischen Warnsignals bei Elektroautos einsetzt, um blinde und sehbehinderte Menschen vor der andernfalls lebensbedrohlichen Technologie im Straßenverkehr zu schützen. Dabei spricht sich der BSVÖ keinesfalls gegen die von uns allen gewünschte Reduktion des Verkehrslärmes aus. Geringere Lärm- sowie Umweltbelastung dürfen jedoch unter keinen Umständen eine Gefährdung der Sicherheit großer Gruppen von VerkehrsteilnehmerInnen darstellen.

"Unsichtbare" Fahrzeuge

Elektro- und Hybridfahrzeuge stellen aufgrund ihrer sehr schlechten akustischen Wahrnehmbarkeit für alle VerkehrsteilnehmerInnen, die sich primär anhand des Hörens im Verkehr orientieren, eine massive Gefahr dar. Für sie ist ein geräuschloses Fahrzeug vergleichbar mit einem für alle anderen Personen "unsichtbaren" Fahrzeug. Dass hier die verpflichtende Einführung eines akustischen Warnsignals (kurz AVAS) schnellstmöglich umgesetzt werden muss, ist nicht nur die Meinung der österreichischen und internationalen Interessenvertretungen blinder und sehbehinderter Menschen. Eine aktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, die durch Mittel des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds des BMVIT finanziert wurde und unter Mitwirkung des BSVÖ entstanden ist, trägt den Titel "drivEkustik -Fahrverhalten in und akustische Wahrnehmung von Elektrofahrzeugen". Sie kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass AVAS unbedingt erforderlich ist um zu verhindern, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge zu einer Gefährdung der Sicherheit im Straßenverkehr werden.

Kein Verständnis von Seiten des BMVIT

Leider mangelt es dem Verkehrsministerium dafür dennoch an Verständnis und auch die Wiederholten Ansuchen seitens des BSVÖ blieben ungehört. Dr. Markus Wolf, Präsident des BSVÖ: "Ich ersuche das Ministerium daher erneut mit Nachdruck, sich im Sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit auf internationaler und nationaler Ebene für die ehebaldige verpflichtende Einführung eines AVAS einzusetzen und ein freiwilliges Ein- und Abschalten des Warnsystems auszuschließen! Wir werden unsere diesbezüglichen Bemühungen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene fortsetzen - zum Schutz aller sehbehinderten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Stefanie Steinbauer, international@blindenverband.at

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