Ärztekammer startet neuen Vorsorgeschwerpunkt Diabetes

Gezielte Vorsorgemaßnahmen können die Erkrankung in großem Maße positiv beeinflussen" - Kampagne "Gesagt.Getan.Vorgesorgt." wird fortgesetzt

Wien (OTS) - Mit dem Thema Diabetes setzt die Wiener Ärztekammer den dritten Schwerpunkt der aktuellen Präventionskampagne "Gesagt.Getan.Vorgesorgt.". Informationsfolder und Poster sowie eine Website und eine Vorsorge-App inklusive Diabetes-Risiko-Test sollen bei allen Wienerinnen und Wienern Bewusstsein dafür schaffen, dass Diabetes durch Vorsorgemaßnahmen, wie beispielsweise ein gesunder Lebensstil, in großem Maße positiv beeinflusst oder sogar gänzlich vermieden werden kann. ****

"Diabetes ist eine der folgenschwersten Zivilisationskrankheiten. Sie verursacht nicht nur großes Leid bei den Patientinnen und Patienten, sondern auch sehr hohe Kosten für das Gesundheitssystem", so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. In etwa 600.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden aktuell an Diabetes mellitus. Sowohl die Zahl der Neuerkrankungen als auch die Zahl der Folgeerkrankungen von Diabetes steigen.

In etwa 90 Prozent der Betroffenen leiden unter Diabetes Typ 2. "Bei dieser Form von Diabetes spielen Vorsorgemaßnahmen eine wichtige Rolle, und bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können die Gesundheit in großem Maße positiv beeinflussen", erklärt Szekeres.

Um die Wienerinnen und Wiener dazu zu animieren, sich aktiv mit dem Thema Diabetes-Vorsorge zu beschäftigen, gibt es zum Thema Diabetes auch eine Ergänzung der Vorsorge-App: den Diabetes-Risiko-Selbsttest. "Mit nur acht einfachen Fragen können die Nutzer ein mögliches Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken, vorhersehen und so rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen setzen", erklärt Szekeres.

Großes Unwissen in der Bevölkerung

Martin Clodi, Facharzt für Innere Medizin an der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III, erklärt, warum Aufklärung so wichtig ist: "In der Bevölkerung gibt es ein großes Unwissen über die Erkrankung Diabetes. Vielen ist nicht bewusst, dass es fast jeden, also auch sie selbst, treffen kann und das schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat." Gleichzeitig gebe es nur ungenügendes Wissen über die zahlreichen Maßnahmen, mit denen man sein eigenes Diabetes-Risiko beeinflussen könne.

"Diabetes kann sehr tückisch sein", betont Clodi. "Denn Diabetes Typ 2 bleibt in frühen Stadien oft unbemerkt." Es kann viele Jahre, teilweise sogar bis zu sechs Jahre, dauern, bis sich erste Symptome wie Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit, übermäßige Urinmengen, vermehrter Durst, Heißhunger, Gewichtsabnahme, Sehstörungen, Mundtrockenheit oder nächtliche Wadenkrämpfe bemerkbar machen.

Vorsorgeuntersuchungen spielen daher eine entscheidende Rolle, um durch Messung des Blutzuckerwerts Diabetes-Erkrankungen bereits sehr früh zu erkennen. Diese Untersuchungen sind auch dann wichtig, wenn es darum geht, Faktoren zu identifizieren, die das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erhöhen. "Wer sein Diabetes-Risiko kennt, hat es selbst in der Hand, Vorkehrungen zu treffen, dass die Erkrankung erst gar keine Chance hat, aufzutreten", betont Clodi.

Ein gesunder Lebensstil ist entscheidend

"Eine gesunde Ernährung, Gewichtsabnahme und ausreichend Bewegung sind die wichtigsten Maßnahmen, um das Diabetes-Risiko zu senken", erklärt Rudolf Prager, Facharzt für Innere Medizin und Vorstand der 3. Medizinischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing. In der Frühphase der Erkrankung sind diese Maßnahmen oft ausreichend, um die Blutzuckerwerte auch ohne Medikamente wieder zu normalisieren.

"Was die Ernährung betrifft, geht es nicht darum, zu hungern. Eine gesunde Ernährung kann sehr vielfältig sein", betont Prager. "Essen Sie täglich mehrmals Obst und Gemüse. Auch dunkles Brot, wie Roggen-oder Vollkornbrot, ist sehr wichtig, denn der Verzehr von viel Weißbrot erhöht das Diabetes-Risiko. Fett sollte maximal 30 Prozent der Nahrung ausmachen, fettarme Produkte sind dabei eine sehr gute Alternative."

Regelmäßige körperliche Bewegung ist das Um und Auf eines gesunden Lebensstils. Empfohlen wird eine moderate körperliche Aktivität 30 Minuten pro Tag oder ungefähr 150 Minuten pro Woche. Prager: "Um auch tatsächlich in Bewegung zu bleiben, ist es ratsam, Aktivitäten zu wählen, die gut in den Alltag integrierbar sind. Es ist daher eines unserer wichtigsten Ziele im Rahmen der Kampagne, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass bereits kleine Veränderungen im Lebensstil eine große Auswirkung auf die Gesundheit haben." (ssch)

(S E R V I CE - Die Ärztekammer hat Informationsmaterialien zum Thema erstellt, die Patienten österreichweit kostenlos direkt auf www.gesagt-getan-vorgesorgt oder in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien anfordern können: Tel.: 01/515 01-1223 DW, E-Mail:
pressestelle@aekwien.at. Die App "Gesund vorgesorgt." steht für alle User kostenlos im App Store und im Google Play Store sowie alternativ über die neue Vorsorge-Website www.gesagt-getan-vorgesorgt.at zum Download zur Verfügung.)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Mag. Susanne Schönmayr
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