Schultes zur EU-Erweiterung: Österreich konnte Chancen nutzen

Trotz verschärften Wettbewerbs überwiegen die Vorteile für bäuerliche Unternehmer

Wien (OTS) - "Europa ist größer geworden, unsere Chancen auch. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und mit Unterstützung der Politik ist es gelungen, die Herausforderungen der EU-Erweiterung für die Landwirtschaft zu nutzen. Die Aufnahme der agrarstarken Länder Ost- und Mitteleuropas in die EU brachte den österreichischen Bauern viele Möglichkeiten, aber auch Risiken und für Europas Menschen insgesamt mehr Freiheit, Frieden sowie soziale Sicherheit. Die Wirtschaftswissenschafter haben dem neuen, größeren Binnenmarkt vor zehn Jahren einen Wachstumsschub vorausgesagt. Die früheren Angstgegner aus dem Osten haben ihren Schrecken verloren und sich als verlässliche Abnehmer unserer Qualitätsprodukte erwiesen. Österreich kann darüber hinaus auch in den neuen EU-Staaten mit dem hohem Image seiner Produkte, Verlässlichkeit, Professionalität im Vertrieb und besonders auch mit regionaler Nähe punkten. Seit 2004 sind Österreichs Agrarexporte um 70% beziehungsweise EUR 4 Mrd. gestiegen", erklärte Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, anlässlich der EU-Erweiterung vor zehn Jahren.

Nachbarmärkte wurden aktiv bearbeitet

"Bei Agrarerzeugnissen, Lebensmitteln, in der Energie- und Umwelttechnik sowie in der Forst- und Holztechnologie ist Österreich besonders gut aufgestellt. Im Rahmen der "Exportoffensive 1-24" von Landwirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer Österreich und Agrarmarkt Austria gelang es heimischen Unternehmen, auf neuen Zielmärkten optimal Fuß zu fassen. Binnen zehn Jahren wurden hier die österreichischen Agrarexporte sogar mehr als verdoppelt. Ausschlaggebend für diesen Erfolg waren die Lebensmittelpräsentationen in Budapest, Prag, Ljubljana, Sofia, Bukarest, Warschau, Zagreb, Bratislava und Moskau. Mit steigender Kaufkraft in den neuen Mitgliedstaaten erhöhten sich auch die Ausfuhren von hochwertigen Produkten in diese Länder. Österreichs Landwirtschaft, Molkereien und Fleischverarbeiter konnten ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen. So ist den heimischen Winzern einerseits und den Rinderzüchtern auf der anderen Seite mit ihren Exporten eine ganz besondere Erfolgsgeschichte gelungen", so Schultes weiter.

"Ein hoher Ausbildungsstand, ein gut entwickeltes Beratungswesen in den Landwirtschaftskammern und moderne Produktionsverfahren in den alten Mitgliedstaaten haben den landwirtschaftlichen Betrieben geholfen, im Wettbewerb zu bestehen", betont der Präsident.

Deutlicher Exportzuwachs in die neuen EU-Länder

2013 sind die Exporte von österreichischen Agrarprodukten und Lebensmitteln mit EUR 9,5 Mrd. auf ein neues Allzeithoch geklettert (+3,7% gegenüber 2012). Außenhandelsüberschüsse wurden traditionell in den Produktgruppen Milch und Molkereierzeugnisse sowie Fleisch und Fleischwaren erzielt.

Laut Statistik Austria hat sich der Außenhandel mit den 2004 beigetretenen EU-Mitgliedstaaten - Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern - besser entwickelt (Importe: +20,8%; Exporte: +12,9%) als mit der EU-15. Hinzu kommt das Wachstum der Umwelttechnik-Branche. Auch hier gab es in den letzten Jahren vor allem in den seit 2004 neu beigetretenen EU-Ländern Zuwächse.

"Auch wenn die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft Österreichs im internationalen Vergleich relativ kleinstrukturiert ist, konnten Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeiter und -handel gemeinsam die Chancen auf den neuen Märkten nutzen", so Schultes abschließend. (Schluss)

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