BV Josefstadt: Petition "Rettet den Steffl-Blick" ist ein voller Erfolg

Mickel-Göttfert fordert gemeinsamen Planungsprozess für Rathausstraße 1

Wien (OTS) - Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou hat bei einem Pressetermin am 3. April den uneingeschränkten Erhalt des Blickfeldes von der Josefstädter Straße auf den Stephansdom zugesagt. "Die Zusage der Planungsstadträtin ist zwar positiv, ich lasse aber nicht locker, bis dem Bezirk die neuen Pläne schwarz auf weiß vorliegen! Tatsache ist, dass die Entscheidung der - unabhängigen - Jury, die über dieses Projekt befindet, noch ausständig ist", so Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert bei einer heutigen Pressekonferenz zur Petition "Rettet den Steffl-Blick".

"Wenn man vom Theater in der Josefstadt Richtung Innenstadt blickt, sieht man den Stephansturm. Dies ist identitätsbildend. Man ist nicht irgendwo, in einem austauschbaren Straßenraum, wie er überall sein könnte, sondern in Wien. Dies ist die Botschaft des Blickes. Seine Erhaltung ist eine Aufgabe die ganz Wien betrifft, nicht nur die Josefstadt", so Univ.-Prof. Arch. Dr. Wilfried Posch von ICOMOS Austria, dem österreichischen Nationalkomitee des Internationalen Rats für Denkmalpflege.

Bei einem Neubauprojekt der Wien Holding in der Rathausstraße 1 soll - nach derzeitig vorliegenden Plänen - der Blick von der Josefstädter Straße auf den Stephansdom verdeckt werden. Bis ins Jahr 1980 war hier ein lebendiger Ort. Zuerst stand hier eine Markthalle und anschließend das Forumkino, nach der Absiedelung der MA 14 soll wieder ein Bürokomplex errichtet werden.

"Wir müssen jetzt einen gemeinsamen Prozess mit der Stadt Wien und der im Wien Holding starten, damit dieser besondere Standort wieder als ein Tor zum Bezirk und als lebendiger Ort wahrgenommen wird! Das kann nur gelingen, wenn unser Bezirk und die Bevölkerung unverzüglich in den Planungsprozess eingebunden werden", so Mickel-Göttfert weiter.

Felix Deflorian, Mitinitiator der Petition, bedankt sich bei den Unterstützerinnen und Unterstützern. "Bisher konnten wir über 2.177 Stimmen sammeln, was einem Prozentsatz von 13 Prozent der Josefstädter Wahlberechtigten entspricht. Somit ist die erforderliche Anzahl von 500 Unterschriften weit überschritten, und diese Thematik muss im Petitionsausschuss des Rathauses behandelt werden. Wir erwarten uns ein klares Bekenntnis aller Rathausfraktionen zur Erhaltung der Wiener Sichtachsen", so Deflorian. "Ein großes Dankeschön an alle Josefstädter, die sich hier so beispielhaft eingesetzt haben - Engagement zahlt sich aus!", ergänzt Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert.

Eine zentrale Frage, die nach wie vor ungeklärt ist, ist, warum ein Abriss überhaupt erforderlich sei.

"Es gibt zwei Studien zum Abriss des Gebäudes. In beide durfte die Josefstadt bislang keine Einsicht nehmen. Falls ein Abriss nicht unbedingt notwendig ist, werden Ressourcen leichtsinnig verschwendet, das ist unverantwortlich. Ich erwarte mir mehr Transparenz bei diesem wichtigen Projekt!", so Mickel-Göttfert.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Bezirksvorsteherin ist eine umweltgerechte und nachhaltige Vorgangsweise - sollte der Abriss alternativlos sein. "Ich fordere Begleitmaßnahmen für einen umweltschonenden Baufortgang und laufende Kontrollen durch die MA 22, der zuständigen Dienststelle für Umweltschutz. Die Josefstädter dürfen nicht monatelang durch Staub und Lärm belastet werden", so Mickel-Göttfert abschließend.

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