Kalifornien ist der größte US-Importeur österreichischer Produkte

Kalifornische Wirtschaft wächst schneller als die US-Wirtschaft im Durchschnitt

Wien (OTS/PWK243) - Kalifornien erlebt die größte Dürreperiode seiner Geschichte. Ungeachtet dessen befindet sich die Wirtschaft auf Wachstumskurs und entwickelt sich über dem US-Durchschnitt. 2013 war mit 168,13 Mrd. USD ein 'all time high'-Exportjahr. "Von der wirtschaftlichen Erholung profitierte auch die österreichische Wirtschaft, deren Warenlieferungen nach Kalifornien von 1,05 Mrd. USD (2012) auf 1,13 Mrd. USD (2013) stiegen. Kalifornien ist unter allen US-Bundesstaaten der größte Importeur österreichischer Waren, gefolgt von South Carolina und New Jersey", berichtet Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. Zu etwa drei Viertel bestehen die österreichischen Exporte nach Kalifornien aus Getränken und Transportausrüstungen. Die kalifonischen Importe aus Österreich machen 12% der Austro-Importe aller US-Bundesstaaten aus. Die kalifornischen Exporte nach Österreich betrugen im Jahr 2013 216,1 Mio. USD gegenüber 186,6 Mio. USD 2012.

"Kalifornien liegt bei österreichischen Unternehmen im Trend. Für hippe Produkte ist Kalifornien ein attraktiver Markt und wird von österreichischen Unternehmen vermehrt als Testmarkt gesehen", so Thaler. Die 38 Mio. Einwohner des Golden State haben ein Faible für 'green and clean' und dementsprechend gefragt sind Sport, Gesundheit, erneuerbare Energien, Elektroautos und Design. In Umweltfragen ist Kalifornien US-Vorreiter. Für etwa 80 österreichische IT-Startups ist das Silicon Valley dank der erfolgreichen Technologieinitiative "Go Silicon Valley" zur Realität bei der Umsetzung ihrer innovativen Geschäftsideen geworden. Über siebzig österreichische Unternehmen haben eine kalifornische Niederlassung, so z.B. betreibt AVL ein Entwicklungslabor und Pankl Aerospace produziert Helikopterantriebsteile. Red Bull hat die US-Zentrale in Los Angeles und beschäftigt US-weit über 1.000 Mitarbeiter.

Gemäß Quartalsbericht des Anderson Forecast der University of California Los Angeles (UCLA) wuchs die kalifornische Wirtschaft im Zeitraum November 2013 bis Februar 2014 in allen Landesteilen schneller als die US-Wirtschaft im Durchschnitt: Speerspitze ist das Silicon Valley mit einem Beschäftigungszuwachs von 6%. San Francisco erlebt indes einen Bauboom. Das Inland Empire am anderen Ende der Wachstumsskala schuf nur knapp über 1% mehr Jobs als im Zeitraum zuvor. Die wirtschaftliche Erholung Kaliforniens wird begleitet von einem zunehmenden Auseinanderdriften der Wirtschaft: schnell wachsende technologie- und exportorientierte Küstengebiete und ein stotternder Wirtschaftsmotor im Inland. Auch in der Großmetropole Los Angeles vergrößert sich durch unterschiedliche Ausbildung die Kluft zwischen arm und reich.

Generell springt der Immobiliensektor an, ebenfalls die Logistikwirtschaft. Die derzeit größte Dürreperiode, seitdem Aufzeichnungen geführt werden, soll nur marginale volkswirtschaftliche Auswirkungen haben, da sich Kalifornien an aride Verhältnisse angepasst hat. Die Verluste der Landwirtschaft - sie verbraucht 80% des Wassers - werden großteils durch nationale und staatliche Hilfsprogramme sowie Preissteigerungen infolge Verknappung ausgeglichen. Immerhin stammen die Hälfte der in den USA konsumierten Früchte, Nüsse und des Gemüse aus Kalifornien. Bei einer länger anhaltenden Dürreperiode infolge Klimawandel könnte allerdings die fragile wirtschaftliche Erholung leiden. Sollten strukturelle Anpassungen der Landwirtschaft und der Industrie an zunehmende aride Verhältnisse erforderlich sein, wird von einem 0,2%-Rückgang des Beschäftigungswachstums jährlich ausgegangen. Die Arbeitslosenrate soll von heuer geschätzten 7,8% auf 6% im Jahre 2016 zurückgehen und damit nur um einen halben Prozentpunkt über dem US-Durchschnitt liegen. Die Einkommen werden im gleichen Zeitraum von 3,1% auf 3,7% steigen, ebenso die Zahl der Baugenehmigungen von 109.900 auf 136.400. Die US-Wirtschaft allgemein soll nach einem harschen Winter im zweiten Quartal des Jahres auf einen 3%-Wachstumspfad einschwenken. (BS)

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