Richtige Sammlung von Elektroaltgeräten schützt Umwelt und schont Ressourcen

Wien (OTS) - Mineralien und Erze wie Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold sind unverzichtbar für die Herstellung von Handys, Computern, Flatscreens oder anderen Elektrogeräten. Zu finden sind sie häufig in politischen Krisengebieten - wo der oft illegale Handel und Abbau zur Finanzierung von Bürgerkriegen beiträgt - oder aber in unseren alten Elektrogeräten, von wo aus sie bei richtiger Sammlung und Verwertung zurückgewonnen und wieder genutzt werden können. Jeder einzelne Konsument, der seine alten Elektrogeräte bei einer kommunalen Sammelstelle abgibt, kann dadurch einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz leisten.

EU-weit soll künftig laut einem neuen Strategiepapier der EU-Kommission der Abbau und Handel mit sogenannten Konfliktmineralien gebremst werden. Dazu Mag. Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle: "Jeder einzelne Konsument kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Die meisten Elektrogeräte enthalten diese Mineralien, die bei richtiger Entsorgung durch die KonsumentInnen wieder verwertet werden können. Der wichtigste Schritt dazu ist, dass KonsumentInnen diese Geräte zum Beispiel im Zuge des traditionellen Frühjahrsputzes keinesfalls über den Restmüll entsorgen oder illegalen Sammlern übergeben, sondern zu den kommunalen Sammelstellen bringen." Wer Elektroaltgeräte an illegale Sammler übergibt, muss damit rechnen, dass die Geräte ohne Beachtung von Umwelt- und Sozialstandards ohne ausreichend Kontrolle in Entwicklungsländern aufgeschlossen werden.

Österreich hat eines der dichtesten Netze an kommunalen Sammelstellen in Europa. Diese Tatsache hat auch wesentlichen Anteil daran, dass die österreichischen Sammelmassen in den vergangenen neun Jahren im europäischen Spitzenfeld lagen. Auch für 2013 wird nach Ende der Meldefrist im April mit einer Sammelmasse von rund neun Kilogramm pro Einwohner gerechnet. Bei den Elektro-Kleingeräten ist erfreulicherweise nach wie vor ein Anstieg der Sammelmasse um 5 % zu verzeichnen. Auch bei den Lampen war eine deutliche Tendenz nach oben - und zwar um 10 % - zu erkennen. Die Masse der gesammelten Batterien stieg im Vorjahr um 1 % an. Elisabeth Giehser: "Laut neuer WEEE-Richtlinie werden die geforderten Sammelmengen bis 2019 deutlich angehoben, das heißt, dass auch wir uns nicht auf unseren guten Sammelzahlen ausruhen können." Da außerdem die Sammelmasse der Elektro-Großgeräte im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang aufweist, sind Maßnahmen dringend notwendig, um die EU-Sammelziele auch künftig zu erreichen. Erste Maßnahme wäre, dass dafür Sorge getragen werden muss, dass alle Verpflichteten sämtliche Sammelmassen tatsächlich ins EDM-Register melden.

Neben der gesetzeskonformen Sammlung "boomt" allerdings auch das illegale Geschäft mit den wertvollen Elektroaltgeräten. Sammelbrigaden aus dem Ausland verbringen Altgeräte ohne Genehmigung vornehmlich in östliche bzw. südliche Länder. "Der österreichischen Volkswirtschaft entsteht dadurch jährlich ein beträchtlicher Schaden", erläutert Mag. Elisabeth Giehser. "Darüber hinaus haben diese illegalen Sammelbrigaden natürlich kein Interesse an einer umweltgerechten Entsorgung der gefährlichen Inhaltsstoffe, denen geht es schlicht ums schnelle Geld." Aus diesem Grund sollten sich KonsumentInnen auch keinesfalls überreden lassen, ihre alten Geräte beispielsweise unmittelbar vor einer Sammelstelle an illegale Sammler zu "spenden" oder einfach vor der Haustür zu platzieren.

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