Fenstersturz - aktueller Fall zeigt: Gefahr wird unterschätzt!

Fensterstürze zählen zu den schwersten Unfällen bei Kleinkindern. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit appelliert an Eltern, in Haushalten mit Kindern Vorkehrungen zu treffen!

Wien (OTS) - Der aktuelle tragische Unfalltod eines dreijährigen Buben gestern Abend in Wien zeigt leider einmal mehr wie gefährlich Fensterstürze für Kinder sind. Mehr als ein offenes Fenster und einen unachtsamen Augenblick braucht es nicht, um den Albtraum aller Eltern wahr werden zu lassen. Rund 20 Fensterstürze ereignen sich jährlich in Österreich - zwei bis drei Kinder sterben dabei an den Folgen dieser Unfälle. Vor allem für die Kleinsten zwischen zwei und vier Jahren besteht ein erhöhtes Risiko. Schnelligkeit und Bewegungsfreiheit nehmen in diesem Alter rasant zu. Auch die Welt da draußen wird immer spannender und wird gerne durch die Fensterscheibe beobachtet. Kindlicher Entdeckungsdrang in Kombination mit geöffneten Fenstern und ungesicherten Balkons können aber innerhalb von Sekunden zur unkalkulierbaren Gefahrenquelle werden.

Lebensgefahr offenes Fenster

Fensterstürze zählen nicht zu den häufigsten, aber zu den schwersten Unfällen bei Kindern. "Die Folgen sind schwerwiegend und reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule", erklärt DI Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung & Wissensmanagement im KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Fensterstürze einfach verhindern!

So gefährlich Fensterstürze sind, so einfach können sie auch verhindert werden. Bauliche Maßnahmen wie einfache Fenstersicherungen können Leben retten. "Sind Kleinkinder im Haushalt sollten die Fenster immer mit Fenstersperren versehen sein. Am besten geeignet sind Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind und mit einem Schlüssel zu öffnen sind", empfiehlt Robatsch. "Aufgrund der gleichbleibenden Unfallzahlen in Österreich sollte auch über eine verpflichtende Umsetzung von Fenstersicherungen diskutiert werden!"

Das KFV empfiehlt darüber hinaus auch den nachträglichen Einbau von Kindersicherungen bei Fenstern. Bei der Montage wird eine Schiene am Fensterrahmen angebracht, in die am Fensterflügel montierte Haken oder Ketten einrasten. Fenstersicherungen sollten grundsätzlich verschraubt und am oberen Ende der Fenster - also außerhalb der Reichweite von Kindern - montiert werden. Diese gesicherten Fenster können dann nicht weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden und verhindern auch, dass Kinder ihre Finger dort einklemmen. "Lassen Sie Ihr Kind, wenn Sie einen Raum lüften, nicht alleine in diesem Zimmer. Die beste Sicherung nützt nichts, wenn das Fenster geöffnet ist", appelliert Robatsch auch an die Aufsichtspflicht der Eltern.

KFV-Sicherheitstipps:

  • Lassen Sie Kinder beim Lüften eines Raumes nie aus den Augen und nehmen sie es mit in einen Nebenraum!
  • Statten Sie Fenster und Balkontüren mit versperrbaren Fenstersicherungen aus!
  • Fenstersicherungen können einfach nachgerüstet werden!
  • Stellen Sie keine Sessel, Tische etc. in der Nähe von Fenstern oder Balkontüren - Kinder nutzen Sie geschickt als "Kletterhilfen"!
  • Vergessen Sie beim Fenster reinigen nicht darauf, Ihr Kind von offenen Fenstern fernzuhalten. Ein kleiner Moment reicht oft aus, dass ein Kind zum Fenster hinaufsteigt!
  • Keine Anreize auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen ablegen!

Initiative gegen Kinderunfälle

VISION ZERO 2020: Kinderunfälle sind vermeidbar!

Kein getötetes oder schwerverletztes Kind mehr in Österreich! So lautet das ehrgeizige Ziel der KFV-Initiative Vision Zero 2020. Gemäß dem Motto "Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!" wird Österreich zur kindersicheren Zone erklärt. Gezielte Informationen und spannende Aktionen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten in Österreich steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden.

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Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919
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