Neues Volksblatt: "Straches Foul" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. April 2014

Linz (OTS) - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fühlte sich im Ö1-Mittagsjournal am Samstag dazu berufen, David Alaba gegen die Anschüttungen in Andreas Mölzers Zeitschrift "Zur Zeit" in Schutz zu nehmen. Und beging dabei an Alaba ein so grobes Foul, dass er sich, ebenso wie Mölzer, die rote Karte verdient hätte. Mit einem einzigen Satz hat sich Strache demaskiert: "Alaba ist ein toller Mensch, ein ausgezeichneter Fußballer und ein absolut positives Integrationsbeispiel".
Den Artikel, in dem über Alaba hergezogen wurde, nannte Strache "beleidigend und geschmacklos". Nichts anderes freilich ist auch sein Befund, Alaba sei ein "absolut positives Integrationsbeispiel", denn:
David Alaba ist von Geburt an Österreicher, und er ist ein Kind österreichischer Staatsbürger. David Alaba musste sich nicht integrieren, auch wenn ihn seine Hautfarbe aus der hiesigen weißen Mehrheit heraushebt. Und das entlarvt Straches Denkweise, die nichts anderes besagt als: Ein Schwarzer kann nicht per se ein Österreicher sein, der muss sich zuerst integrieren.
Man kann es daher drehen und wenden, wie man will: Gedanklich ist der FPÖ-Chef vom "Negerkonglomerat" des gewesenen EU-Spitzenkandidaten Mölzer nicht weit entfernt. Er hat nur, der Not gehorchend, versucht, die (Rechts-)Kurve zu kratzen. Und dabei bewiesen, dass er kein "positives Integrationsbeispiel" im politischen Spek- trum dieses Landes ist.

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