Landau fordert individuelle Mittelzuteilung für Schulen

Caritas-Präsident: Muttersprachenunterricht bzw. Behindertenintegration abgelten

Wien, 08.04.14 (KAP) Bildung ist ein Wesenselement der Menschenrechte und Fundament einer starken Demokratie. Das betonte Caritas-Präsident Michael Landau bei der Jahrestagung des Impulszentrums für Cooperatives Offenes Lernen ("Cool") am Montag in Wien. Umso bedauerlicher sei es, dass das heimische Schulsystem derzeit den Anspruch verfehle, "möglichst alle Kinder mit auf die Bildungsreise zu nehmen". In diesem Zusammenhang forderte der Caritas-Präsident eine breite Diskussion über Modelle einer "kompensatorischen Ressourcenzuteilung", die die besonderen Herausforderungen an einzelnen Schulstandorten berücksichtigt.

7,6 Prozent der österreichischen Schüler haben 2012 die Schule abgebrochen, zitierte Landau eine Studie des Bildungsministeriums. Das höchste Risiko eines vorzeitigen Schulabbruchs hätten Migranten und Kinder, deren Eltern selbst ein niedriges Bildungsniveau aufweisen. "Das ist natürlich fatal, wenn justament die beste und nachhaltigste Maßnahme zum Ausstieg aus der Armutsspirale, nämlich der Zugang zur Bildung, gerade jene weniger erreicht, die am meisten darauf angewiesen sind", sagte Landau.

In diesem Sinne sei eine breite Diskussion über Modelle einer "kompensatorischen Ressourcenzuteilung" unabdingbar, um gerade solche Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Dabei gehe es um eine verstärkte Berücksichtigung etwa der erforderlichen Vermittlung der Muttersprache oder bei der Betreuung von Kindern mit Behinderungen. Schulen, die vor solchen Herausforderungen stehen, gelte es mit zusätzlichen Mitteln auszustatten, die schulautonom eingesetzt werden können. Hier gebe es international positive Erfahrungen, und auch die OECD empfehle eine gezielte Mittelverteilung als Maßnahme zur Reduktion von sozialen Benachteiligungen, so der Caritas-Präsident. Eine umfassende Strukturreform beginnend beim Schulbau bis hin zu flächendeckenden Angeboten ganztägiger Schulformen sei damit jedoch nicht obsolet geworden.

Landau warnte vor Selektion im Bereich Bildung. "Kein Kind darf zurückgelassen und kein Kind darf beschämt werden." Der Caritas-Präsident forderte faire Chancen für alle Kinder, auch für jene aus bildungsfernen Schichten. Das Schulsystem müsse sowohl hochbegabten Kindern gerecht werden können, als auch solchen, die einen schwierigen Start in das Bildungsleben hatten.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) jmo/rme/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002