Neues Volksblatt: "Morgengabe" von Markus EBERT

Ausgabe vom 8. April 2014

Linz (OTS) - Ohne ehrenamtliches Engagement seien in kleinen Gemeinden gewisse Strukturen nicht aufrecht zu erhalten, betonte unlängst Landesrat Max Hiegelsberger. Und auch die größeren Kommunen profitieren von Vereinen: Jeder vernünftige Bürgermeister wird daher seine Vereine und die Ehrenamtlichen hüten wie einen Schatz. Und er wird ihnen im Rahmen der budgetären Möglichkeiten Geld zur Verfügung stellen, weil das schließlich immer noch billiger ist, als wenn die Gemeinde bestimmte Aufgaben übernehmen müsste.
Anders verhält es sich in Linz. Hier will die rot-blaue Mehrheit den städtischen Vereinen die Subventionen im Jahr um 450.000 Euro kürzen. Diese Maßnahme zeigt vor allem eines: Die Stadt muss finanziell wirklich aus dem letzten Loch pfeifen, wenn man jetzt schon den Ehrenamtlichen an den Säckel geht.
Umso mehr aber drängt sich die Frage auf, ob tatsächlich alle Sparmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Warum unter den jetzigen Voraussetzungen der städtische Ordnungsdienst nicht in Frage gestellt wird, muss von Rot und Blau zumindest erklärt werden. Erstens hat die Stadtwache ohnehin ziemlichen Reformbedarf; und zweitens brächte deren Auflösung im Jahr 1,3 Millionen Euro - also das Dreifache dessen, was man sich bei den Vereinen holt. Dass sich die SPÖ über das blaue Steckenpferd nicht drübertraut, scheint wohl so etwas wie eine Morgengabe für den Tag nach der nächsten Wahl zu sein.

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