Litauen auf dem Weg zum Euro

Rimkunas: Euro-Einführung als finaler Schritt zur vollwertigen EU-Mitgliedschaft

Wien (PK) - Litauen bereitet sich auf die Einführung des Euro mit 1. Jänner 2015 vor. Vize-Finanzminister Algimantas Rimkunas sah heute in einem Gespräch mit österreichischen Abgeordneten aus dem Kreis des Finanz- und Budgetausschusses des Nationalrats die Teilnahme seines Landes an der Gemeinschaftswährung als finalen Schritt zur vollwertigen EU-Mitgliedschaft. Neben den wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten sei der Euro für Vilnius auch von enormer politischer Bedeutung. Litauen gehöre damit zum Kernbereich der EU, dies sei mit einem Gewinn an "soft security" verbunden, gab Rimkunas zu bedenken.

Der litauische Vize-Finanzminister informierte seine österreichischen Gastgeber vor allem über die Wirtschaftssituation seines Landes im Vorfeld der Euro-Einführung und sprach insgesamt von positiven makroökonomischen Eckdaten. Die Inflation sei sehr niedrig, die Staatsverschuldung liege mit 40 % des BIP deutlich unter dem Maastricht-Schwellenwert von 60 %, die Arbeitslosenrate verzeichne eine rückläufige Tendenz.

Was nun die Zustimmung der Bevölkerung zum Euro betrifft, verwies Rimkunas auf Umfragen aus dem November 2013, denen zufolge sich 41 % für und 49 % gegen die Einführung der Gemeinschaftswährung aussprachen. Dies sei aber keine alarmierende Situation, zumal die Umfragedaten vor der Einführung in Lettland noch weit schlechter gewesen seien, meinte er und rechnete zudem mit einer Trendumkehr in den nächsten Monaten. Das Beispiel der beiden baltischen Nachbarn Estland und Lettland, wo die Euro-Einführung zu keinerlei negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Preise geführt habe, sollte auch in Litauen zu einem Stimmungswandel führen, war Rimkunas überzeugt. Auch wachse mit der Krise in der Ukraine die Einsicht, dass ein Mehr an Integration ein Mehr an Sicherheit bringe.

Auf die Ukraine angesprochen, deponierte Rimkunals seine Skepsis in Bezug auf Wirtschaftssanktionen gegen Russland und meinte, angesichts der historischen und ökonomischen Bindungen und der geographischen Nähe müsse die Ukraine eine Position zwischen der EU und Russland finden. Man könne jedenfalls keinen Eisernen Vorhang zwischen Kiew und Moskau errichten.

An dem Gespräch, das vom stellvertretenden Obmann des Finanzausschusses Kai Jan Krainer (S) geleitet wurde, nahmen auf österreichischer Seite weiters die Abgeordneten Christoph Matznetter (S), Elmar Podgorschek (F), Roman Haider (F), Bruno Rossmann (G), Georg Vetter (T) und Rainer Hable (N) teil. (Schluss) hof

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