Kirchgatterer fordert Textilgütesiegel zur Einhaltung sozialer Standards

Außenminister Kurz möge sich der Initiative seines deutschen Ministerkollegen rasch anschließen

Wien (OTS/SK) - "Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, dass sich Außenminister Kurz der deutschen Initiative für ein neues Gütesiegel zur Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards in der Textilbranche anschließt", fordert der Menschenrechtssprecher der SPÖ, Franz Kirchgatterer. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller will die Modebranche mit einem neuen Textilsiegel zur Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards bewegen. Das neue Siegel für nachhaltig produzierte Kleidung soll noch dieses Jahr eingeführt werden. Deutschland wolle damit in Europa Vorreiter sein. Seine Kollegen in Frankreich und den Niederlanden hätten schon signalisiert, "dass sie mitmachen wollen", erklärte der Minister und kündigte an, in den kommenden Wochen einen runden Tisch der deutschen Textilwirtschaft einzuberufen. Eine ähnliche Initiative in Österreich zu setzen, fordert Kirchgatterer von Kurz. ****

Der deutsche Minister verlangt zunächst eine "Selbstverpflichtung" der Textilbranche und fordert soziale Standards, was Arbeitsschutz und Mindestlöhne betrifft, aber auch ökologische Standards, etwa für Gerbereien, die mit aggressiven Chemikalien arbeiten. Von der Textilbranche werde auch erwartet, dass sie die vereinbarten Standards für die gesamte Produktionskette vom Baumwollfeld bis zum Bügel garantiere und wenn das nicht auf freiwilliger Basis funktioniere, werde ein gesetzlicher Rahmen vorgeben. "Außenminister Kurz sollte nun dasselbe tun, denn was sein Ministerkollege Müller in Deutschland umsetzen will, sollte mit etwas gutem Willen auch bei uns möglich sein", so Kirchgatterer gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

In Deutschland soll es demnächst auch ein Internet-Portal geben, das es allen Verbraucherinnen und Verbrauchern möglich macht, zu überprüfen, ob der Hersteller die geforderten Mindeststandards einhält. Die Textilwirtschaft ist eingeladen, sich daran zu beteiligen. Bereits in der Vergangenheit warf Kirchgatterer der Textilbranche vor, nach Katastrophen wie dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit hunderten Toten im vergangenen Jahr "viel zu wenig" getan zu haben.

In den angekündigten Fonds zur Unterstützung der betroffenen Familien hätten die Unternehmen bislang nur 25 Prozent der versprochenen Gelder eingezahlt. "Die Familien der getöteten Arbeiterinnen und Arbeiter sich nun völlig selbst zu überlassen, ist ein Akt der Unmenschlichkeit und auf das Schärfste zu verurteilen", so Kirchgatterer. (Schluss) bj/sl/mp

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