FP-Kappel fordert Abgeltung der kalten Progression

Sparquote auf Rekordtief, Österreichern fehlt das Geld zum Sparen

Wien (OTS/fpd) - Die heimische Sparquote ist mit 6,6 Prozent auf ein Rekordtief gesunken, das belegt eine heute veröffentliche Studie der Statistik Austria. "Die strukturbereinigten Nettoeinkommen sind in Österreich seit 1990 nicht mehr gestiegen", sagt die Wiener FPÖ-Gemeinderätin Dr. Barbara Kappel, "Steuer und Inflation kompensieren Lohnerhöhungen, sodass immer weniger Geld zum Sparen bleibt." Kappel fordert in diesem Zusammenhang die Abgeltung der kalten Progression.

Die Österreicherinnen und Österreicher sparen so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Sparquote der Haushalte sank von 7,4 Prozent im Jahr 2012 auf 6,6 Prozent im vergangenen Jahr. Im Zeitraum 2006 bis 2009 sparten die Haushalte jährlich noch mehr als ein Zehntel ihres Einkommens. Nach Ausbruch der Finanzkrise ging die Sparquote dann deutlich zurück und liegt seitdem laut Statistik Austria in etwa auf dem Niveau der Euro-Zone.

In Summe stieg das verfügbare Einkommen aller österreichischen Haushalte 2013 um zwei auf 183,7 Mrd. Euro, davon wurden 12,2 Mrd. Euro gespart. "Real stiegen die Einkommen leider nicht. Deshalb bedarf es einer automatischen Valorisierung der Tarifstufen bei der Lohn- und Einkommensteuer zur Abgeltung der kalten Progression", fordert Kappel, "Lohnerhöhungen müssen in Form eines höheren Nettorealeinkommens auch Niederschlag im Geldbörserl finden. Allein durch die Abgeltung der kalten Progression würden einem Durchschnittshaushalt über 400 Euro mehr im Jahr bleiben."

Unter der sogenannten "kalten Progression" versteht man eine Art versteckte, inflationsbedingte Steuererhöhung. In einigen Ländern Europas werden die Effekte der kalten Progression regelmäßig und automatisch korrigiert, beispielsweise in Dänemark, Schweden, Belgien oder Großbritannien. "In Österreich hingegen ist die Steuerbehörde Profiteur. Das soll sich ehest möglich ändern", so Kappel.

"Zur Abgeltung der kalten Progression braucht es eine gesetzliche Regelung, die vorsieht, dass die Steuerstufen automatisch an die jährliche Teuerungsrate angepasst werden", verlangt Kappel, "diese Maßnahme würde zu einem Erhalt der realen Kaufkraft und zu einem Anziehen der Sparquote führen." Gleichzeitig fordert Kappel auch eine Änderung der Steuertarife sowie einzelner Tarifstufen bei der Lohn-und Einkommensteuer. "Ein Eingangssteuersatz von 36,5 Prozent bei einer Bemessungsgrundlage von 11.001 Euro ist eindeutig zu hoch. Wir fordern deshalb eine Absenkung auf 25 Prozent und einem mittleren Steuertarif von 37 Prozent sowie die Anhebung der Bemessungsgrundlage für den Höchststeuersatz von 50 Prozent auf 100.000 Euro", sagt Kappel. (Schluss) hn

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