Junge Industrie: Mittelmaß darf uns nicht mehr ausreichen

JI-Vorsitzende Niss: Mehr Ambition bei Pensionspolitik sowie frühkindlicher Bildung dringend geboten - Deutschland zieht dem einst "besseren Deutschland" Österreich zunehmend davon

Wien (OTS) - "Mittelmaß reicht uns nicht - es darf uns auch nicht reichen, wenn wir im internationalen Wettbewerb nicht weiterhin Jahr für Jahr in allen Rankings abrutschen wollen", so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, Dr. Therese Niss, zu einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung. Die Zeiten, wo Österreich das "bessere Deutschland" war, seien lange vorbei, "inzwischen verbessert sich Deutschland Jahr für Jahr, während wir im Mittelmaß dahindümpeln bzw. eigentlich jedes Jahr schlechter werden", wie Niss kritisierte. "Die Studie bestätigt, wovor wir immer warnen: Noch mag es uns in Österreich sehr gut gehen. Aber wir haben strukturelle Probleme und gleichzeitig eine politische Situation, wo grundlegende Reformen offenbar fast unmöglich scheinen." Laut Studie sei einmal das Pensionssystem problematisch, was "jedem Schulkind einleuchten muss. Seit den 70ern arbeiten wir immer weniger, und sind gleichzeitig immer länger und vor allem auch früher in Pension." Auf Dauer könne sich das schlicht nicht ausgehen, so Niss, die daher forderte: "Wir erwarten uns endlich, dass hier die heimische Politik mehr Mut zur Wahrheit findet. Das andauernde Schöngerede ist langsam unerträglich. Die Politik muss den Leuten endlich reinen Wein einschenken: Ohne, dass wir um einiges länger arbeiten als derzeit, wird es auf Dauer nicht gehen."

Starken Handlungsbedarf ortet die Studie zudem auch im Bereich der frühkindlichen Bildung, die noch "stark ausbaufähig" sei. Wie die JI-Bundesvorsitzende betonte, sei Österreich "hier ja nicht mal mehr Mittelmaß, hier sind wir langsam aber sicher das schwarze Schaf innerhalb der EU. Eine tertiäre Ausbildung für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen ist mittlerweile Standard -mit Ausnahme von Österreich." Hierzulande brauche es dringend eine Aufwertung - "mit entsprechender, gerechter Vergütung" - des Berufs der Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen. "Wir vertrauen diesen Menschen unsere Kinder an. Das muss es uns wert sein. Wenn wir hier aber Profis wollen, muss dieser Beruf auch attraktiv sein." Zudem brauche es dringend ein Bundesrahmengesetz in diesem Bereich, da derzeit "in Österreich noch immer der Wohnort über die Qualität des Bildungs- und Betreuungs-Angebots entscheidet." Zudem sollten sich die Öffnungszeiten von Hort und Kindergarten stärker an den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt orientieren, wie Niss abschließend betonte.

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