AK: Handwerkerbonus ist teuer und bringt wenig

Studie bringt Erfahrungen aus Deutschland auf den Punkt: Wenig Beschäftigungs-Effekte, steigende Steuerausfälle, Schwarzarbeit sinkt kaum

wien (OTS) - "Beim Handwerkerbonus muss die Regierung die Notbremse ziehen", fordert die Leiterin der AK Abteilung Wirtschaftspolitik, Silvia Angelo. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die derzeit im deutschen Bundestag diskutiert wird, zeigt die Erfahrungen aus Deutschland nach fast acht Jahren mit dem dortigen Handwerkerbonus. Ergebnis: Der Handwerkerbonus kostet viel, zeigt aber nur eine "vernachlässigbare Wirkung": Es wurden kaum mehr Jobs geschaffen. Die Schwarzarbeit ging nicht nennenswert zurück, die Steuerausfälle dagegen stiegen auf über 800 Millionen Euro an. Fazit der Studie: Der Handwerkerbonus ist "eine bedingt wirksame Methode zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und zur Stärkung von Handwerk und Mittelstand." Auch wenn in Österreich vorerst deutlich weniger Geld in die Hand genommen wird - konkret 30 Millionen Euro - so ist für die AK klar: "Nur sechs Länder in Europa setzen bisher auf den Handwerkerbonus. In Deutschland wird die Abschaffung bereits empfohlen. Auch in Österreich sollten wir uns das nicht leisten, schon gar nicht, wenn für wichtige Maßnahmen wie die Wohnbauförderung zu wenig Geld da ist, oder die Wirtschaft die Abschaffung des Fachkräftestipendiums fordert", so Angelo.

Das sagt die Studie: Laut einer Befragung der Studie unter Handwerksunternehmen, meinten nur 44 Prozent der Betriebe, dass der Handwerkerbonus eine beschäftigungsfördernde Wirkung gehabt habe. Sie stufen diese nur als "gering" ein. Auch eine Analyse der Beschäftigungsstatistiken bestätigt, dass es kaum Beschäftigungsauswirkungen gab.

Auch die KundInnen der Handwerksbetriebe wurden befragt: Über 90 Prozent gaben an, dass sie den Handwerkerbonus für Aufträge genutzt hätten, die sie ohnehin hätten durch-führen müssen, beispielsweise Aufträge an Rauchfangkehrer oder Wartungsarbeiten. Nur 5 Prozent gaben laut der Studie an, wegen des Handwerkerbonus zusätzliche Aufträge vergeben zu haben.

Ein Ziel des Handwerkerbonus ist die Bekämpfung von Schwarzarbeit:
Auch dieses Ziel wurde laut der Studie kaum verwirklicht: Nur 7 Prozent der befragten Haushalte gaben an, dass sie eine handwerkliche Leistung wegen des Handwerkerbonus an eine Firma vergeben hätten. "Schwarzarbeit muss man energisch bekämpfen. Da helfen nur wirksame Kontrollen, nicht teure Förderungen aus Steuergeldern", so Angelo.

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