Hausärzte: Oekonsult-Umfrage bestätigt Forderungen der Ärztekammer

Allein in Wien fehlen 300 Kassenplanstellen - Szekeres: "Politik muss rasch die entsprechenden Ressourcen schaffen"

Wien (OTS) - Die Ärztekammer sieht sich in ihrer Meinung hinsichtlich einer Aufwertung des Hausarztes durch die jüngste Oekonsult-Umfrage bestätigt. Demnach würden fast 70 Prozent der Menschen in Österreich bei ausreichender Verfügbarkeit auch nachts und am Wochenende den Hausarzt der Spitalambulanz vorziehen. Für Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ist dies auch ein klarer Auftrag an die Gesundheitspolitik, mehr Kassenplanstellen zu etablieren. ****

Es verwundere nicht, dass die Wartezeiten stiegen, die Ordinationen überfüllt seien und die Hausarzt immer weniger Zeit für ihre Patienten hätten, wenn bei rasch wachsender Bevölkerungszahl, beispielsweise in Wien, die Zahl der Hausärzte mit Krankenkassenvertrag sogar rückläufig sei.

Szekeres nennt dazu alarmierende Zahlen: "Mit der Wiener Gebietskrankenkasse sind insgesamt 880 Kassenplanstellen für Allgemeinmediziner vereinbart. Schon im Jahr 2000 wurden aber nur 836 Verträge abgeschlossen. Jetzt, 14 Jahre später, sind es gar nur mehr 786 Hausärzte, die mit WGKK-Vertrag in Wien ordinieren - und das, obwohl die Wiener Bevölkerung stetig ansteigt."

Wenn man den Krankenkassenversicherten auch weiterhin adäquate Leistungen anbieten wolle, müsse es also deutlich mehr Kassenpanstellen in der Bundeshauptstadt geben. Über die Fächer verteilt sind es sogar 300 Stellen, die in Wien fehlen. Szekeres:
"Die Politik ist hier gefordert, rasch die entsprechenden Ressourcen zu schaffen, will man einen Kollaps mit total überforderten Ambulanzen und überfüllten Ordinationswarteräumen verhindern."

Eine klare Absage erteilt Szekeres etwaigen Überlegungen, Wahlärzte könnte das Manko im Kassenbereich kompensieren: "Wahlärzte haben ihren fixen Stellenwert im österreichischen Gesundheitssystem. Aber sie können nicht die Defizite im Bereich der sozialen Krankenversicherung abdecken, ganz einfach deshalb, weil sich nicht alle Patienten in Österreich einen Wahlarzt leisten können oder wollen." (hpp)

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