Neue Lehrmaterialen gegen Homo- und Transphobie

Gemeinsames Projekt der Stadt Wien mit Jakob Lena Knebl

Wien (OTS) - Heute Montag präsentierten Stadträtin Sandra Frauenberger und der/die Künstler_in Jakob Lena Knebl die Schulunterlagen "Orientierungen, Identitäten und Kunst". Ausgehend von Jakob Lena Knebls Projekt "Schwule Sau", einer Kunstinstallation am Morzinplatz, ist eine Sammlung künstlerischer Arbeiten und Texte entstanden, die als pädagogische Hilfestellung für den Kunstunterricht in der Oberstufe gedacht ist.

Die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger dazu: "Passend zu unserem Schul- und Pädagogik-Schwerpunkt stellen wir diese Plakat- und Textmappe zur Verfügung, um LehrerInnen ein weiteres konkretes Unterrichtsmittel für den Einsatz in der Schule in die Hand zu geben. Mit dieser Sammlung können Themen wie gleichgeschlechtliche Beziehungen und transgender Lebensweisen diskutiert werden. Besonders schön ist, dass das temporäre Mahnmal "Schwule Sau" so weiterbesteht und durch die vielfältigen Sujets sogar noch inhaltlich erweitert wurde."

Im Projekt involviert war der/die Künstler_in Jakob Lena Knebl:
"Ich wollte ein breites Spektrum an KünstlerInnen zeigen, die sich mit "Anders"-Sein und Diversität im weiteren Sinne auseinandersetzen. Die Intention dieses Schulbuches ist eine Einladung zur Auseinandersetzung an Jugendliche und Lehrende auszusprechen."

Zur Notwendigkeit Schulen beim Thema Antidiskriminierung zu unterstützen, meldet sich Wolfgang Wilhelm (WASt) zu Wort: "Homophobe Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt erleben Schwule, Lesben und Transgenderpersonen in ganz Europa immer wieder. Aus Vergleichsstudien wissen wir, dass Österreich hier leider nur im europäischen Mittelfeld liegt. Die erarbeitete Poster- und Textmappe ist ein künstlerisches konkret einsetzbares Instrument für Schule und Jugendarbeit, um die Themen sexuelle Orientierungen, Geschlechtsidentitäten, Homophobie und Transphobie mit Jugendlichen ansprechbar zu machen. Das künstlerische Sichtbarmachen von marginalisierten Gruppen und die Beschäftigung mit oft tabuisierten Themen ist wichtig im Kampf gegen Homophobie und Transphobie, daher stellen wir die Plakatsammlung allen Wiener Schulen kostenfrei zur Verfügung."

Temporäres Mahnmal am Morzinplatz

Fast schon ein Jahr lang weist das temporäre Mahnmal am Morzinplatz auf Homo- und Transphobie hin. "Seit 2010 werden hier am Morzinplatz temporäre Mahnmale für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Schwulen, Lesben und Transgenderpersonen installiert. Jakob Lena Knebls Mahnmal "Schwule Sau" spannt deutlich einen Bogen von der NS-Verfolgung zur leider auch heute noch vorhandenen Homophobie, die sich oft in Schimpfworten wie "schwule Sau" ausdrückt", betont Frauenberger.

Jakob Lena Knebl beschreibt die Intention des Kunstwerkes: "Mit dem Aufgreifen des verbreiteten Schimpfwortes "Schwule Sau" ist es mir wichtig, die Thematik nicht nur als historische Vergangenheit zu sehen, sondern sie in einen aktuellen Diskurs einzubringen."

Unterstützt wird das Projekt, wie auch das Mahnmal von Kunst im öffentlichen Raum KÖR. Geschäftsführerin Martina Taig dazu: "Die Möglichkeiten der Erscheinungsformen von Kunst im öffentlichen Raum ist im Hinblick auf die bereits realisierten drei Projekte am Morzinplatz überaus vielfältig, wie eindrucksvoll. Die Installationen ermöglichen bzw. erschaffen einen Raum der zum Nachdenken anregt, zum Erinnern auffordert und nicht zuletzt den unmittelbaren Kontakt zwischen Kunst und Menschen fördert. Jakob Lena Knebls Projekt "Schwule Sau" hinterfragt die Funktionen und Verquickungen von Sichtbarkeit, Öffentlichkeit und gesellschaftspolitischer Teilhabe an queer-/feministischer Theorie und Praxis. Konflikte werden sichtbar dargestellt und dabei ihrer Tabuisierung entzogen."

Das gemeinsame Projekt von Kunst im öffentlichen Raum (KÖR), der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt), der Akademie der bildenden Künste Wien und Wien Kultur kann gerne bestellt werden: Schulunterlagen "Orientierungen, Identitäten und Kunst", Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen: 1080 Wien, Auerspergstraße 15, Tel. (01) 4000 81449, wast@gif.wien.gv.at

Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss) grs

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Mag.a Stefanie Grubich
Mediensprecherin Stadträtin Sandra Frauenberger
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